Der "unbekannte" Kufstein

    30. Juni 2001, 12:04
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    Die Gipfel östlich des Dachsteins, wie Scheuchenstein, Eselstein, Sinabell, sind bekannte Erhebungen. In unmittelbarer Nachbarschaft aber gibt es einen Berg, den Kufstein, der fast nur von Einheimischen aufgesucht wird

    Einmal im Jahr wird der Kufstein sogar sehr häufig aufgesucht, denn da findet auf dem höchsten Punkt eine Bergmesse statt. Bereits der Anstieg vom fast 1000 m hoch gelegenen Gasthof Burgstaller erweist sich als anstrengend und teilweise sehr steil. Wenn man noch die Runde über die Grafenbergalm absolviert, wird das eine etwas strapaziöse und lange Tour.

    Aber: Der Kufstein lohnt den vielen Schweiß, denn er ist ein einmaliger Aussichtsgipfel, von dem aus man den Alpenhauptkamm von den Rottenmanner bis zu den Radstädter Tauern – mit Hochgolling und den Kalkspitzen -, einen erheblichen Teil des Dachsteingebietes, die öde Hochfläche Am Stein mit dem Koppenkarstein im Hintergrund, Stoderzinken und Grimming überblickt sowie einen fantastischen Blick ins Enntal genießt. Dazu kommt eine einmalige alpine Landschaft mit einer grandiosen Flora, zu der die Feuerlilie, die Dunkle Akelei und die Behaarte Alpenrose ebenso gehören wie Enzian, Kohlröserl und Zirbe. Die Storalm ist ein besonders idyllisches und lauschiges Plätzchen, ebenso die Grafenbergalm. Beide sind, zumindest derzeit, unbewirtschaftet. Auch wenn man die Runde über die Grafenbergalm auslässt, wird man an dieser Bergwanderung seine helle Freude haben.

    Trittsicher sollte man sein, denn im Bereich der Gsengwand und knapp vor dem Gipfel ist der Weg schmal und steil. Gutes, stabiles Wetter ist Voraussetzung für die Tour, auch empfiehlt es sich, früh aufzubrechen, denn man bewegt sich zum größten Teil auf der Sonnseite. Die Route: Vom Gasthaus Burgstaller an der Straße von der Ramsau nach Weißenbach steigt man auf der roten Markierung 666/667 zum Schartl an, erreicht über ein steiles Stück die Gsengwand und wählt den nach rechts führenden Steig zur Storalm. Gehzeit ab Burgstaller 2 1/2 Stunden. Eine Dreiviertelstunde braucht man dann bis zum höchsten Punkt des Kufsteins.

    Rot markiert ist auch der Weg über die Kufsteinscharte hinunter zur Grafenbergalm, für den man eine Stunde veranschlagen muss. Ebenfalls eine Stunde dauert der sehr wellige Weg zurück zur Storalm. Für den Abstieg auf der Anstiegsroute hat man mit 1 1/2 Stunden zu rechnen. Die Gsengwand kann man ab der Storalm auf einem bequemen Weg umgehen.
    Gesamtgehzeit 6 3/4 Stunden, Höhendifferenz rund 1300 m. Kein Stützpunkt auf der Route.
    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 127 (Schladming).

    Von Bernd Orfer
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