Eine Klamm mit Geschichte

    2. Juni 2001, 12:03
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    Die Raabklamm bei Weiz gilt als Juwel unter den österreichischen Schluchten. Sie ist nicht nur die längste Klamm des Landes, sie weist auch viele geologische und botanische Besonderheiten auf.

    Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat man sie durch eine Steiganlage erschlossen, die immer wieder erneuert werden muss, da sie durch Hochwasser und Steinschlag gefährdet ist. Derzeit etwa bleibt die berühmte Hangbrücke entlang der Gamswand gesperrt, man hat aber eine "Umleitung" eingerichtet.

    Eine Wanderung durch die Raabklamm lässt sich ideal mit dem Besuch des montanhistorischen Lehrpfads in Arzberg - am Eingang des schluchtartigen Tales - verbinden, wo vom frühen Mittelalter bis 1927 Blei, Zink und Silber gewonnen wurde. Einen Teil des Stollensystems kann man im Rahmen einer Führung besuchen. Die Ortsgruppe Weiz der steiermärkischen Berg- und Naturwacht und das Institut für Naturschutz und Landesökologie Graz haben im Vorjahr einen Raabklamm-Führer herausgebracht, der ausführlich über die Klamm und deren Umgebung informiert. Ihn sollte man mithaben, um keine der vielen Attraktionen zu versäumen oder zu übersehen. Auf Tafeln bei den Ausgangspunkten erfährt man, wo man dieses preiswerte Buch erhält. Auch über den montanhistorischen Lehrpfad in Arzberg gibt es eine kleine, aber sehr informative Broschüre, die bei der Runde gute Dienste leistet.

    Durchwandert man die gesamte Klamm samt Lehrpfad, ergibt das eine relativ lange Tour. Beginnt man aber in Haselbach, so erlebt man den schönsten Teil der Raabklamm und kann sich ohne besondere Mühe noch über die Bergbaugeschichte in Arzberg informieren. Bei einem Rundkurs kommt man um einen mehr oder weniger langen Straßenmarsch nicht umhin, daher scheint es besser, von Arzberg auf demselben Weg nach Haselbach zurückzugehen.

    Die Route: Beim Ferienheim Schlagbauer in Haselbach bei Weiz beginnt die rote Markierung, die in die Klamm führt. Man quert den Fluss auf dem Haselbachsteg und wandert dann aufwärts bis Arzbach (rote Markierung 765). Im Bereich der Enzianwand wird der sonst breite Weg zum schmalen Felssteig und verlangt Trittsicherheit. Gehzeit ab Haselbach 2 Stunden. Für den montanhistorischen Lehrpfad, der rund 4,5 km lang ist, braucht man etwa 1½ Stunden. Der erste Teil der Runde verläuft auf der wenig befahrenen Straße nach Passail. Für die Rückkehr durch die Klamm nach Haselbach sind wieder 2 Stunden zu veranschlagen.
    Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhenunterschied rund 350 m. Gasthaus und Café in Arzbach. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 134 (Passail) und 164 (Graz).

    Von Bernd Orfer
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