Im Land des Uhudlers

    14. Oktober 2000, 13:20
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    Das südliche Burgenland hat in den letzten Jahren ein ganzes Netz interessanter Radwege erhalten, die nicht nur die reizvolle Landschaft erschließen, sondern auch zu einer Reihe von Sehenswürdigkeiten führen

    Die Pinkataler Weinstraße ist besonders romantisch, auch wenn man sie nicht bis zum Eisenberg verfolgt. So liegt etwa am Kurs des Wildpark-Radweges B 61 bei Moschendorf ein Weinbaumuseum, dessen Besuch man sich entgehen lassen sollte. Man propagiert dort den Uhudler, einen Rebensaft, der stets ein wenig nach Erdbeeren schmeckt und angeblich den Kennern besonders gut mundet. Der Name ist ein Fantasiegebilde und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Eigenschaften urig, herrlich, unvergleichlich, duftend, lebensfroh, ehrlich und rein zusammen. Man kredenzt nicht weniger als sieben Sorten, die so seltsame Na men wie Noha, Rippateller oder Isabella tragen. Es gibt auch einen Uhudlerschnaps, der allerdings das Fahrvermögen stark beeinträchtigt.

    Die Wallfahrtskirche Maria Weinberg an der Pinkataler Weinstraße oder das Wasserschloss in Eberau sind weitere Attraktionen, die das Radeln recht kurzweilig machen. In Urbersbach bietet sich ein kurzer Abstecher zum Wildpark Güssing an. Nicht zuletzt empfiehlt sich die auf einem alten Vulkankegel thronende Burg Güssing für eine Besichtigung. Zwischen Güssing und Eberau hat man – abgesehen vom kurzen "Umweg" nach Maria Weinberg – keine nennenswerten Steigungen zu erwarten, ab Höll jedoch geht es ständig bergauf und bergab, was die Wadeln einigermaßen strapaziert. Vor und nach Punitz radelt man auch auf einer – allerdings sehr guten – Sandstraße. Die Beschilderung könnte etwas besser sein, bei einiger Aufmerksamkeit aber gibt es keine Orientierungsprobleme. Von Güssing geht es ein kurzes Stück auf der Straße Richtung Strem, dann erreicht man die Radroute, welche über Strem nach Moschendorf zum Weinbauernmuseum führt. Nun folgt man der romantischen Pinkataler Weinstraße, biegt aber dann rechts nach Eberau ab. Unter- und Oberbildein sind die nächsten Stationen, in Höll wird's hügelig. Nach einem längeren Anstieg ab Edlitz schwenkt man nach rechts auf eine Waldstraße ein, die nach Punitz führt. Nun hat man noch einen Anstieg zu bewältigen, ehe es in langem, sanftem Gefälle zurück nach Güssing geht.

    Bernd Orfer

    Die Distanzen:
    Güssing-Moschendorf 12 km,
    Moschendorf-Eberau 8 km,
    Eberau-Punitz 18 km,
    Punitz-Güssing 7 km;
    Gesamt 45 km.
    Höhenunterschied rund 200 m.
    Buschenschenken und Gasthäuser
    auf der Strecke.

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