Phnom Penh

16. März 2007, 09:06
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Kambodschas Hauptstadt mit 1,7 Millionen Einwohnern präsentiert sich archaisch: kein einziges Hochhaus steht hier, die meisten Straßen sind asphaltlos und das Auto ist noch eine Rarität.

Südostasien boomt, doch Kambodscha steckt, fremdenverkehrstechnisch, noch in einem Frühstadion - gerade das macht das Land reizvoll.

Erster Tag

Die Stadt sieht weder aus wie eine Millionenmetropole, noch hat sie Merkmale einer solchen. Es fehlen Glaspaläste, U-Bahnen, Shoppingmalls, Asphaltstraßen, Autos - hier weht der Wind der Moderne noch nicht. Zur ersten Sehenswürdigkeit, dem Independence Monument führt eine schöne Asphaltstraße, denn hier zentriert sich touristisches Interesse. Etwas weiter liegt der Königspalast, Sitz der Monarchen Sihanouk. Für Besucher ist nur die Silberpagode erlaubt, deren Boden mit 5281 Silberplatten ausgelegt ist, jede etwa ein Kilo schwer. Gegenüber, am Ufer des Tonle Sap, steht der Pavillon Vetika Oumtouk. Ein Bauwerk im Khmer-Stil mit buddhistischen Altären. Dann passiert man den, von Schlangen- und Löwenfiguren gesäumten, Wat Phnom und die Dubai-Moschee, das größte islamisches Gotteshaus des Landes. So weit zur relativ angenehmen Vergangenheit.

Zweiter Tag:

Die jüngere Geschichte wird den nächsten Tag prägen. Im Süden der Stadt, auf einer Sandstraße erreichbar, liegt das ehemalige S-21-Gefängnis (Security Office 21) der Roten Khmer, Tuol Sleng. Dieses heute als Genozid-Museum dienende ehemalige Gefangenenlager des Pol-Pot-Regimes zeigt die unglaublichen Gräueltaten der Organisation des Ankar. Potenzielle Gegner, Intellektuelle, Studenten, Frauen, Kinder und auch Ausländer, später bei internen Säuberungen selbst Angehörige aus den eigenen Reihen, wurden hier gefangen gehalten, bestialisch gefoltert und schließlich auf den Killing Fields exekutiert. Diese liegen zwölf Kilometer außerhalb der Stadt. 129 Massengräber wurden hier ausgehoben. Geschätzte 10.000 bis 17.000 Menschen waren zwischen 1975 und 1979 auf diesem Platz hingerichtet worden. Ein Mausoleum mit etwa 8000 Schädeln der Opfer steht als stummer Zeuge unvorstellbaren Leides in einem unpassend als Garten gestylten Areal. Am Rückweg in die Normalität passiert man das veraltete Olympia-Stadion mit 80.000 Sitzplätzen. Im Central Market, dem größten Markt der Stadt, ist das Leben wieder da. Neben Früchten, Gemüse, Fleisch, Fisch und Meerestieren, Haushaltswaren, Kosmetikartikel, Uhren und Schmuck gibt es die beliebte gefälschte Designerware. Barbara Forstner



Informationen & Details

Anreise:
Kein Direktflug. Mit Lauda Air oder Eva Air via Bangkok, dann weiter mit Bangkok Airways. Alternative: Mit Lauda Air via Kuala Lumpur.

Unterkunft:
100 Hotels von der Luxuskategorie bis hin zu einfachen Zimmern. Billige Guesthouses am Boeng-Kak-See, wo es Gemeinschaftszimmer bereits ab zwei Dollar gibt.

Essen & Trinken:
Fade internationale Küche wie üblich in diversen Hotels und Restaurants. Interessant und köstlich sind jedoch die einheimischen Gerichte auf den Märkten und an den Straßenständen - für Unerschrockene, denn manche Straßenküchen muten für westliche Augen und Standards etwas unhygienisch an. Cook it, peel it or forget it!

Infos:
Indochina Services, Enzianstraße 4a, 82319 Starnberg. Tel: 0049/8151/ 770 222. E-Mail: info@indochina-services.com

Internet:
www.amadeus.net/
www.asiatour.com/
www.travelspots.com/

Ganz persönlich

Sie sind ein freundliches Volk. Die wenigen Gäste werden hilfsbereit und entgegenkommend behandelt. Die Sprachbarriere erschwert jedoch die Kommunikation. Einige sprechen noch Französisch, Englisch nur wenige. Es empfiehlt sich, einige Wörter Khmer zu lernen. Da die Betonung kompliziert ist, raten wir, einen Begriff zehnmal unterschiedlich betont auszusprechen und auf das Glück des Tüchtigen zu hoffen - gewiss erntet man ein belustigtes Lächeln. Und das sagt oft mehr als tausend Worte.

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