Verfahren gegen Ortlieb eingestellt

8. Juni 2001, 12:51
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"Keine Anhaltspunkte für ein gerichtlich strafbares Verfahren"

Innsbruck - Das Verfahren gegen den Vorarlberger FPÖ-Nationalratsabgeordneten Patrick Ortlieb rund um die "Sex-Affäre" einer in der Innsbrucker Flughafengarage aufgefundenen verwirrten Frau ist eingestellt worden. Dies teilte der Innsbrucker Staatsanwalt Rudolf Koll am Freitag der APA mit.

Es hätten sich "keine Anhaltspunkte für ein gerichtlich strafbares Verhalten" Ortliebs ergeben, erklärte Koll. Die "Dauer des Verfahrens" sei dadurch begründet, dass die Staatsanwaltschaft Innsbruck "ihr beabsichtigtes Vorhaben dem Bundesministerium für Justiz" mitgeteilt habe. Der Akt sei erst jetzt wieder zurückgekommen. Dabei handle es sich jedoch durchaus um einen "normalen Zeitrahmen", betonte der Staatsanwalt.

Was geschah?

Eine 34-jährige Innsbruckerin war am 27. März in der Tiefgarage am Innsbrucker Flughafen aufgefunden worden, nachdem sie aus dem Auto des Ex-Skistars ausgestiegen war. Ihre Unterwäsche sowie eine 1.000-Schilling-Note waren neben ihr am Boden gelegen. Ein Drogentest an der völlig verstörten Frau verlief negativ. Laut einer ärztlichen Untersuchung musste die Frau kurz vor ihrer Auffindung Geschlechtsverkehr gehabt haben. Unklar war vorerst gewesen, ob dies freiwillig oder unfreiwillig geschehen war.

Wie die Bilder der Überwachungskamera in der Garage gezeigt hatten, war die Frau einige Zeit vor dem Vorfall aus dem Wagen von Patrick Ortlieb gestiegen. Die beiden sollen einander in der selben Nacht in einem Innsbrucker Innenstadtlokal kennen gelernt haben. Laut News gab Ortlieb nun auch zu, in seiner Wohnung in Innsbruck mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Anschließend hatte Ortlieb die Frau zum Flughafen gebracht, "weil ich mir gedacht habe, dort kriegt sie schneller ein Taxi", betonte der Vorarlberger.(APA/red)

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