Naturhistorisches Museum versucht Unwissen der Amerikaner über Genforschung abzubauen

30. Mai 2001, 12:27
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New York - Das New Yorker Naturhistorische Museum (AMNH) hat aufgrund des schlechten Bildungsstandes der amerikanischen Bevölkerung im Bereich der Genetik eine Ausstellung initiiert. Im museumsinternen Labor können Besucher ihre eigene DNA sequenzieren. Mit einem tischgroßen Modell eines Mikrochips und einer DNA-Helix aus 140 Telefonbüchern will die "Aufklärungskampagne" nicht nur unterhalten, sondern auch Schaukasten der genetischen Forschung sein. Es gilt nach Ansicht der Biomediziner, die Vorteile der Genforschung und der Biotechnologie transparenter zu machen.

Gleichzeitig mit der Eröffnung der Ausstellung nimmt das neue Institut für vergleichende Genomforschung, das durch eine Finanzspritze von 25 Mio. Dollar der Starr Foundation ermöglicht wurde, seine Tätigkeiten auf. Das Museum verfügt bereits über eine gefrorene Gewebebank mit rund 30.000 DNA-Proben im Wert von einer Mio. Dollar. Wissenschaftler des AMNH rechnen mit einer Aufstockung der Proben auf eine Mio. innerhalb der nächsten Jahre. Zusätzlich ist das Museum in Besitz eines Supercomputers mit 280 Prozessoren. Neue molekularbiologische Labors ermöglichen die Sequenzierung von Erbgut einer Vielzahl von Spezien.

Nur jeder vierte Amerikaner hat laut einer Umfrage von der Entschlüsselung des menschlichen Genoms gehört. Dennoch hätte er eine ausgeprägte Meinung, für welche Zwecke menschliche DNA verwendet werden dürfte. So sprechen sich 92 Prozent für das Klonen von Menschen, aber 86 Prozent gegen das Klonen von Tieren aus. 70 Prozent glauben, noch nie genmanipulierte Nahrung gegessen zu haben. Anders die Meinung der Biomediziner: 97 Prozent geben sich optimistisch, dass die genetische Forschung für die Behandlung von Krankheiten verwendet werden kann. 88 Prozent glauben, dass Genetik die Lebensqualität verbessere. (pte)

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