Telekom Austria überrascht Analysten

30. Mai 2001, 19:08
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Positives Quartalsergebnis dank verbesserter Beteiligungserträge - Aktienkurs gibt nach

Wien - Die börsenotierte Telekom Austria (TA) spürt langsam wieder Auftrieb. Ungeachtet des seit Monaten laufenden Tauziehens um eine Ablöse von Heinz Sundt an der Spitze der TA hat das Unternehmen im ersten Quartal dieses Jahres positive Ergebniszahlen geschrieben.

Von Jänner bis März konnte der TA-Konzern (Festnetz, Datenkommunikation und Internet) einen Überschuss von 10,3 Mio. Euro (141,7 Mio. S) erwirtschaften. Auch wenn dieses Ergebnis hauptsächlich dank höherer Beteiligungserträge zustande kam, zeigten sich Analysten überrascht von den Quartalszahlen. "Wir hatten ein negatives Ergebnis erwartet", sagte CA-IB-Analyst Peter Breyer.

Gewinne frühestens 2002

Im Gesamtjahr dürfte die TA trotz der positiven Ergebnisse im ersten Quartal aber weiter rote Zahlen schreiben. Frühestens 2002 sei auch in der Jahresbilanz mit einem Gewinn zu rechnen, hieß es.

Die TA-Aktie zeigte sich von den Quartalszahlen zunächst wenig beeindruckt. Bis 15 Uhr gab das Papier leicht auf 6,73 Euro nach.

Profitiert hat die TA in den ersten drei Monaten vor allem von ihren Beteiligungen, in erster Linie vom guten Ergebnis des Handynetzbetreibers Mobilkom (A1). Die Beteiligungserträge haben sich im Berichtszeitraum auf 72,1 Mio. Euro fast verdoppelt. In ihrem Hauptgeschäftsfeld, der Festnetztelefonie, verliert die TA hingegen weiter Anteile an Konkurrenten.

Das Konzern-Betriebsergebnis, das im ersten Quartal des Vorjahres noch mit 16,2 Mio. EURO positiv war, verschlechterte sich im Berichtszeitraum auf 9,5 Mio. EURO. Der Umsatz im TA-Konzern verringerte sich auf 666,8 (714,9) Mio. EURO. Um fast die Hälfte stärker fiel der Quartalsverlust aus dem gewöhnlichen Geschäft (EGT) mit 58,3 Mio. EURO aus.

Die ursprünglich für Dienstag dieser Woche geplant gewesene Aufsichtsratssitzung, bei der es auch um Rochaden im Vorstand gehen soll, ist auf kommenden Dienstag verschoben worden.

Aufsichtsrat am Dienstag

Als Grund für die Verschiebung hatte ÖIAG-Vorstand und TA-Aufsichtsratschef Johannes Ditz "terminliche Probleme" des italienischen Partners Telecom Italia genannt. Außerdem seien die TA-Quartalszahlen sehr spät eingetroffen und sollten vor der Sitzung noch genau geprüft werden.

Über einen Sozialplan will die TA, wie berichtet, bis 2005 rund ein Drittel ihrer 15.000 Mitarbeiter abbauen. Dazu wurden alle Mitarbeiter im November 2000 in die Telekom Austria Personalmanagement GmbH ausgegliedert, rund 10.000 sollen von dort laufend in das Kerngeschäft der TA rückgeführt werden. Ende März beschäftigte die TA-Gruppe 18.166 Vollzeitkräfte. (APA/red/DER STANDARD, Printausgabe 31.5.2001)

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