Scheibner will Studie über Selbstmord bei jungen Menschen

29. Mai 2001, 18:28
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Reaktion auf Freitod eines Oberösterreichers bei Assistenzeinsatz im Burgenland

Linz - Verteidigungsminister Herbert Scheibner will Ressort übergreifend untersuchen lassen, warum die Selbstmordrate in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen so hoch ist, und auch Mechanismen vermitteln, um sie zu senken. Anlass für das Vorhaben des Ministers ist der Selbstmord eines 20-jährigen Oberösterreichers am vergangenen Sonntag, der im Assistenzeinsatz des Bundesheeres an der burgenländisch-ungarischen Grenze stand.

Bedauern

Scheibner betonte, dass jeder dieser Fälle bedauerlich sei, jeder löse bei ihm größte Betroffenheit aus, und sein tiefstes Mitgefühl sowie seine Anteilnahme gelte den Angehörigen. Es sei wenig Trost, dass die Zahl von 14 Selbstmorden in zehn Jahren des Assistenzeinsatzes unter dem Durchschnitt der Selbstmordrate in dieser Altersgruppe liege. Es gebe in keinem der Fälle Hinweise, dass einer der Freitode dienstliche Ursachen gehabt hätten, diese seien im privaten oder beruflichen Umfeld der Betroffenen zu suchen. Das Heer sei dabei ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung.

Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen

Er werde zusammen mit der Unterrichtsministerin und dem Familienminister ein Projekt zur Untersuchung der Frage ausarbeiten und vorschlagen, warum die Selbstmodrate in dieser Altersgruppe so hoch sei, sagte Scheibner. Die Probleme sollten bei den Wurzeln angepackt werden. In den Schulen, in der Ausbildung und in der Familienpolitik sollten Mechanismen vermittelt werden, die den jungen Menschen bei der Lösung von persönlichen Konflikten helfen sollen.

Mehr Vorsicht beim Heer

Zudem werde künftig beim Bundesheer noch mehr auf die Auswahl von Soldaten für bestimmte Einsätze geachtet werden, betonte der Minister. Bei Auffälligkeiten sollten die Betreffenden nicht entsendet werden. Außerdem werde Hilfe bei persönlichen Krisen durch Geistliche und Psychologen angeboten. Es müsse aber auch klar sein, dass alle Maßnahmen nur dazu beitragen können, die Fälle zu minimieren, sie könnten aber nicht völlig verhindert werden. (APA)

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