"Umweltsignale 2001": Die Politik ist gefordert

29. Mai 2001, 10:14
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Europäische Umweltagentur macht wachsenden Verbrauch für Umweltprobleme verantwortlich

Wien - "Umweltsignale 2001", der Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) wurde am Dienstag in Wien veröffentlicht. Zentrale Aussage: Die Politik muss den zunehmenden Umfang von Produktion und Verbrauch wirksamer beeinflussen. "Der Bericht zeigt bedauerlicherweise, dass die Umweltprobleme, die am schwierigsten zu lösen sind, weiter bestehen bleiben", erklärte Domingo Jimenez-Beltran, der Direktor der EUA.

Weitere Maßnahmen zur Beeinflussung von Produktion und Verbrauch in den verschiedenen Wirtschaftssektoren seien notwendig, hieß es. Die Besteuerung stelle ein wesentliches Hilfsmittel zur Nachfragesteuerung dar, müsse aber dynamisch angewendet werden. Treibhausgasemissionen, Belastung des Bodens und der Wasserressourcen, Nitratbelastung und Abfallerzeugung seien die Hauptprobleme.

Momentaufnahmen

"Umweltsignale 2001" liefert eine Momentaufnahme von einigen der Belastungen für die Umwelt in den 18 Mitgliedstaaten der EUA. Laut Umweltbundesamt stellt der Bericht einen Beitrag zu dem am 15. und16. Juni in Göteborg stattfindenden Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs dar. Auf diesem Treffen soll eine Bestandsaufnahme der Strategien zur Integration des Umweltschutzes in neun Wirtschaftssektoren vorgenommen werden.

Die Serie Umweltsignale wurde im vergangenen Jahr eingeführt. Die Berichte weisen auf positive sowie negative Entwicklungen hin und konzentrieren sich auf ausgewählte Themenbereiche. Auswirkungen des Verbrauchs der Haushalte und des Fremdenverkehrs auf die Umwelt wurden heuer erstmals behandelt. Dazu kamen die wichtigsten Verkehrs-, Energie- und Landwirtschaftssektoren. Bei den Umweltthemen wurde ein neuer Schwerpunkt auf die Qualität des Wassers in Flüssen, gefährliche Substanzen im Meereswasser und die Bodenkontamination gelegt.

Ergebnisse 1990 bis 1998

* die Einträge in den Nordwestatlantik von sechs gefährlichen Schwermetallen und organischen Substanzen nahmen deutlich ab * die Emissionen der sechs unter das Kyoto-Protokoll fallenden Treibhausgase sanken um zwei Prozent * das Abfallaufkommen nimmt weiterhin zu * die Nachfrage nach Kraftstoffen für den Verkehr steigt schneller als die gesamte Energienachfrage * der Anteil von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen nahm um drei Prozent pro Jahr zu * seit 1990 wurden deutlich mehr Umweltzeichen an Ferienunterkünfte vergeben, insgesamt aber zu wenig.

Laut dem Bericht wurden die Umweltressourcen beim Verkehr, der Energieversorgung und in der Landwirtschaft seit 1990 besser genutzt. Dies habe zu einer Senkung der Emissionen bei den Vorläufersubstanzen des bodennahen Ozons geführt. Der Erfolg war aber durch das Wachstum wieder zunichte gemacht worden. (APA)

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