Hochwasser in Sibirien: Dammbruch konnte vorerst abgewendet werden

23. Mai 2001, 11:05
posten

Zweite Flutwelle für Mittwoch angekündigt

Moskau - Der befürchtete Dammbruch in der von einem Jahrhunderthochwasser heimgesuchten sibirischen Großstadt Jakutsk scheint vorerst abgewendet. Der Wasserpegel sank nach dem Sprengen von Eisbarrieren flussabwärts bis zum Mittwochmorgen auf 7,87 Meter. Eine für Mittwoch angekündigte zweite Flutwelle werde nach Einschätzung von Experten nicht zu einer Katastrophe in der Stadt 5000 Kilometer östlich von Moskau führen.

Die Lage im 200.000 Einwohner zählenden Jakutsk normalisierte sich, die Menschen gingen wieder zur Arbeit. In der Nacht waren keine weiteren Opfer des Hochwassers in Sicherheit gebracht worden. Das Eiswasser der Lena könnte im Tagesverlauf einen Höchststand von bis zu neun Metern erreichen. Tausende freiwillig Helfer hatten in den vergangenen Tagen den acht Meter hohen Damm mit mehr als 10.000 Sandsäcken aufgestockt.

Am Oberlauf der Lena gaben die Behörden im Gebiet Irkutsk nach einer Woche Hochwasser Entwarnung. Durch den extrem harten Winter mit Dauerfrost von bis zu 50 Grad hatten sich kilometerlange Eisbarrieren gebildet, die den sibirischen Fluss aufstauten. Die von den Fluten weitgehend zerstörte Kleinstadt Lensk soll nach Plänen der russischen Regierung an anderer Stelle neu aufgebaut werden. (APA)

Share if you care.