Sparkassen forcieren Internetgeschäfte

22. Mai 2001, 19:19
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In Filialen soll mehr Zeit für Beratung sein

Pörtschach - Die Sparkassengruppe will in Österreich Kompetenzführer beim E-Business werden. In drei bis fünf Jahren sollen mehr als die Hälfte der derzeit zwei Millionen österreichischen Sparkassen-Kunden ihre Finanzgeschäfte online oder über Phonebanking abwickeln. Jetzt sind es erst knapp zehn Prozent.

Bis 2005 sollen über 60 Prozent (derzeit: ein Drittel) aller Transaktionen im Privatkundengeschäft solcherart "alternativ" - also nicht mehr über den klassischen Filialvertrieb - ablaufen und mehr als 75 Prozent (jetzt 60 Prozent) der Geschäfte von Kommerzkunden.

Im Firmenkundengeschäft gingen jetzt nach den Großen auch die vielen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zur vollelektronischen Abwicklung über. Die bevorstehende Euro-Bargeldumstellung beschleunige zurzeit diese Entwicklung, sagte Peter Neubauer, Abteilungschef E-Business in der Erste Bank und Leiter des Sektor-Vertriebsprojekts MCM (Multi Channel Management), am Montag in Pörtschach. Der Sparkassentag widmet sich dort auch dem Mehrkanalvertrieb im Bankgeschäft.

Im Backoffice und in den Filialen würden damit weiter Kosten gespart und mehr Zeit für Kundenfinanzberatung freigeschaufelt. Ziel sei es, bis 2003 mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit der Filialmitarbeiter für Verkauf und Beratung zu nutzen, und zwar in mindestens 70 Prozent aller Geschäftsstellen. Derzeit stehen unter anderem wegen Administration und Standardabwicklungen nur 20 Prozent der Filialkapazität dafür zur Verfügung. Fernziel in etwa zehn Jahren: 80 Prozent.

Kräftig ausbauen will die Gruppe auch das Phonebanking. (APA, Der Standard, Printausgabe, 23.05.2001)

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