Sand in der Geldmaschine

22. Mai 2001, 16:48
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RTL macht Millionenverluste und will neuen Modus

Hannover - Der deutsche Privatsender RTL fährt mit der Champions League (CL) Millionenverluste ein. Dank der Final- Teilnahme von Bayern München kommt die Kölner TV-Anstalt mit einem blauen Auge davon. "Das ist das gute Ende einer nicht so guten Saison", sagte RTL-Informationsdirektor Hans Mahr.

Die Durchschnittsquote der CL liegt unter sechs Millionen Zuschauern. RTL musste laut Vertrag auch Spiele ohne deutsche Beteiligung live übertragen (Sturm Graz-Manchester United etwa fand fast unter Ausschluss der Fernseh-Öffentlichkeit statt.) Kein Wunder, dass die TV-Macher bei der UEFA darauf drängen, den auf 32 Teams aufgeblähten Wettbewerb erneut zu verändern. Die Zahl der unattraktiven Vor- und Zwischenrundenspiele soll reduziert werden.

"Dieser Modus und die Kosten sind auf Dauer nicht tragbar", meinte Mahr. Er bestätigte Gespräche mit der UEFA, sieht aber kurzfristig wenig Erfolgschancen: "Mit gravierenden Reformen rechne ich erst ab der Saison 2003/04." Dann endet der bestehende Drei-Jahres-Vertrag, für den RTL schätzungsweise 100 Millionen Mark pro Saison zahlt. An der Kooperation mit Premiere World - der Pay-TV-Sender zeigt dienstags und mittwochs alle CL-Spiele live - will der RTL-Informationsdirektor nicht rütteln: "Es geht auch um die Finanzierbarkeit. Eine andere Lösung als gemeinsame Übertragungen im Free-TV und Pay-TV sehe ich langfristig nicht." (APA/dpa)

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