RTL macht mit Champions League Millionen-Verluste

22. Mai 2001, 13:36
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"Gutes Ende einer nicht so guten Saison"

RTL macht mit Millionen-Spiel Champions League Millionen-Verluste Bayern als Finalist als gutes Ende einer nicht so guten Saison Hannover (APA/dpa) - Wer wird Millionär? Der FC Bayern München und FC Valencia ja, RTL nein. Der Fernsehsender fährt mit dem Millionen-Spiel Champions League (CL) Millionenverluste ein. Dank der Final-Teilnahme des deutschen Meisters kommt die Kölner TV-Anstalt mit einem blauen Auge davon. "Das ist das gute Ende einer nicht so guten Saison", sagte RTL-Informationsdirektor Hans Mahr vor dem Finale am Mittwoch in Mailand.

Dann werden in Deutschland mehr als zehn Millionen Fußball-Fans vor den Geräten sitzen und die Werbeeinnahmen wie zuletzt beim legendären 99er-Finale zwischen Bayern und Manchester United (13,59 Millionen Zuschauer) sprudeln.

Das war in dieser Saison nicht immer so. Die Durchschnittsquote der CL liegt unter sechs Millionen Zuschauern, nicht zuletzt, weil der TSV 1860 München in der Qualifikation scheiterte und der HSV und Bayer Leverkusen bereits in der Vorrunde rausflogen. RTL musste laut Vertrag Spiele wie Sturm Graz-Manchester United zeigen, fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Kein Wunder, dass die TV-Macher bei der UEFA darauf drängen, den auf 32 Teams aufgeblähten Wettbewerb erneut zu verändern. Die Zahl der unattraktiven Vor- und Zwischenrundenspiele soll reduziert werden.

Kosten sind auf Dauer nicht tragbar

"Dieser Modus und die Kosten sind auf Dauer nicht tragbar", meinte Mahr. Er bestätigte Gespräche mit der UEFA, sieht aber kurzfristig wenig Erfolgschancen: "Mit gravierenden Reformen rechne ich erst ab der Saison 2003/04." Dann endet der bestehende Drei-Jahres-Vertrag, für den RTL schätzungsweise 100 Millionen Mark pro Saison zahlt. Vielleicht fällt schon früher die Verpflichtung weg, Spiele ohne deutsche Beteiligung live zeigen zu müssen. An der Kooperation mit Premiere World - der Pay-TV-Sender zeigt dienstags und mittwochs alle CL-Spiele live - will der RTL-Informationsdirektor nicht rütteln: "Es geht auch um die Finanzierbarkeit. Eine andere Lösung als gemeinsame Übertragungen im Free-TV und Pay-TV sehe ich langfristig nicht." (APA)

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