Mehr Geld für Burschen als für Mädchen

21. Mai 2001, 20:46
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Finanzierung des Vorarlberger Mädchenzentrums AmaZone umstritten

Bregenz - Nicht alle Jugendeinrichtungen werden in der Vorarlberger Landeshauptstadt gleich behandelt, kritisiert Jugendstadträtin Alexandra König (SP). Das Mädchenzentrum "AmaZone" sei der Stadt weniger wert als die beiden Studentenverbindungen Wellenstein und Kustersberg. Bürgermeister Markus Linhart (VP): "Das ist völlig aus der Luft gegriffen." Burschen wie Mädchen hatten um den selben Betrag, 160.000 Schilling (11.627 Euro), angesucht. Die ÖVP-nahen Mittelschülerverbindungen bekommen die Subvention in der gewünschten Höhe, sagt die Jugendstadträtin, das Mädchenzentrum erhält nur einen Teilbetrag.

Der Entscheidung war eine monatelange Diskussion über "AmaZone" vorangegangen. Der Bürgermeister will die Mitfinanzierung der Nachbargemeinden, schließlich sei das Mädchenzentrum "von überregionaler Bedeutung". Die "AmaZone" ist eines von zwei feministischen Mädchenzentren in Österreich. Es wurde 1998 gegründet und kämpft seither um die finanziellen Mittel.
(jub)

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.5. 2001)

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