Umweltorganisationen protestieren auf dem Ballhausplatz gegen Temelin

22. Mai 2001, 10:06
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Global 2000 und OÖ Plattform fordern Ausstieg aus Melker Prozess

Wien - Die oberösterreichische Überparteiliche Plattform gegen Atomgefahr und die Umweltorganisation Global 2000 demonstrieren seit Montag Mittag am Ballhausplatz gegen die Inbetriebnahme des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin. Sie appellieren mit dieser Aktion an die österreichische Bundesregierung, die seitens der tschechischen Regierung nachgereichte Dokumentation zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von Temelin nicht zu akzeptieren. "Die UVP und damit der Melker Prozess ist eine Augenauswischerei", kritisierte Corine Veithen, Anti-Atom-Sprecherin von Global 2000 in einer Presseaussendung am Montag.

Global 2000 und die OÖ Plattform forderten demnach, der Ministerrat solle den Melker Prozess für gescheitert erklären und den Weg für Neuverhandlungen frei machen. Diese müssten auf EU-Ebene stattfinden und auf ein endgültiges Aus für Temelin zielen, hieß es. "In Oberösterreich gib es umfassende Landtags-Beschlüsse zu Temelin, denen sich auch andere Länder angeschlossen haben. Die Bundesregierung ist nun gefordert, diese Beschlüsse umzusetzen", erklärte Josef Pühringer, Sprecher der OÖ Plattform.

Mit Zelten und Transparenten haben die zwei Umweltorganisationen auf dem Ballhausplatz ein "Anti-Temelin-Aktionslager" aufgebaut. Laut ihrer Aussendung wollen sie auf alle Fälle bis Dienstag nach dem Ministerrat ausharren. "Diesmal blockieren wir keine Grenze, sondern tragen unseren Protest nach Wien", erklärte Pühringer.

Die Umweltorganisationen kritisierten überdies den Sicherheitsbericht zu Temelin. In der Kommission, die den Sicherheitsbericht ausarbeiten soll, gebe es Unstimmigkeiten. Die Umweltschützer befürchteten, dass wichtige sicherheitstechnische Themen nicht adäquat untersucht würden, so Veithen und Pühringer abschließend. (APA)

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