LASK: Sieben Jahre und kein bisschen mehr

20. Mai 2001, 14:08
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Der LASK muss nach sieben Jahren in der obersten Spielklasse den Abstieg hinnehmen

Linz/Ried - So ist Fußball! Jubel und Trauer brachte am Samstag die 35. und vorletzte Runde der Fußball-max.Bundesliga besonders in zwei Fällen. Während in Innsbruck Riesenfreude über den siebenten Meistertitel des FC Tirol herrschte, machte sich in Linz ebenso große Enttäuschung breit. Der Linzer ASK, seit 1994/95 in der höchsten Spielklasse präsent und 1965 erster Titelträger außerhalb Wiens, muss den bitteren Weg in den "Keller" antreten. Das 0:1 im Oberösterreich-Derby auswärts gegen den SV Ried verbannte die Schwarz-Weißen in die Erste Division.

"Es ist bitter für die oberösterreichische Landeshauptstadt, dass sie nun ohne Spitzenfußball ist. Es tut mir vor allem für die Fans besonders leid", sagte der völlig niedergeschlagen Trainer Hans Kondert. Peter-Michael Reichel ortete die Gründe für das Schicksal nicht nur auf dem grünen Rasen. "Der Abstieg ist auch das Ergebnis der jahrelangen Misswirtschaft im Klub. Wir haben damit rechnen müssen, denn wir standen dadurch auch finanziell unter Druck, Verstärkungen für die Mannschaft waren da nicht möglich. Wir wussten um das Risiko", meinte der Klub-Präsident.

Am Mittwoch wird sich die Vereinsführung erstmals zusammensetzen und besprechen, wie es weitergehen soll. Verträge laufen nur wenige aus, so Reichel. Mit einigen Spielern wie Wolfgang Feiersinger müsse man aber reden. "Wir werden alles in Ruhe überlegen. Doch unser Ziel muss sein, oben zu bleiben oder sofort wieder hinaufzukommen. Darauf werden wir alles ausrichten", so Reichel. Mit "oben bleiben" deutete er das strittige Wiederholungsspiel von Mitkonkurrenten SW Bregenz gegen Austria Wien (Mayrleb verstieß in der ersten Auflage mit einem Tor gegen die Fairness) an.

Das habe die Meisterschaft beeinflusst und wäre irregulär gewesen. Über den Protest wollte der LASK-Chef vorerst jedoch nicht reden. "Aber wir werden mit unseren Anwälten alles genau analysieren und prüfen", kündigte Reichel an. Sein Klub strebe einen Kompromiss, eine interne Lösung in der Bundesliga an. Ein Dorn im Auge ist ihm übrigens auch die kürzlich beschlossene Regelung, wonach ab der nächsten Saison acht Nicht-EU-Ausländer eingesetzt werden können. "Langfristig erlaubt das nicht, den heimischen Nachwuchs zu forcieren."

Jahrelange Misswirtschaft

Aber zurück zum LASK, der im Mai 1997 den FC Linz (früher VOEST) "geschluckt" und Ende 1999/Anfang 2000 durch die Affäre von Ex-Präsident und -Bankier Wolfgang Rieger ums nackte Überleben gekämpft hatte. Kondert, der in der laufenden Saison Marinko Koljanin abgelöst hatte, versuchte mit seiner Crew im Frühjahr noch alles, um das "Unglück" doch noch abzuwenden. Die Athletiker arbeiten mit dem früheren Olympia-Stützpunkt Obertauern bzw. Heini Bergmüller intensiv zusammen, es schien Früchte zu tragen, und vorübergehend keimte auch Hoffnung auf.

Sie erwies sich jedoch nur als Strohfeuer. Dazu mag auch der Abgang von Standard-Keeper Zeljko Pavlovic beigetragen haben, der Anfang April Mitten im Abstiegskampf zum RSC Anderlecht wechselte. Auch wenn jetzt die junge Truppe, die Führungsetage und die Fans Trauer tragen, die Devise für die Zukunft gab stellvertretend für Alle Mittelfeldspieler Michael Mehlem aus: "Wir dürfen jetzt die Köpfe nicht hängen lassen und müssen alles unternehmen, damit wir gleich wieder aufsteigen". (APA)

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