Neuer Teilungsplan stößt im Kosovo auf Ablehnung

19. Mai 2001, 20:21
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UNMIK, Albaner und serbische Minderheit dagegen

Pristina/Belgrad - Die UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), ein führender Vertreter der albanischen Bevölkerungsmehrheit sowie Vertreter der serbischen Minderheit in der jugoslawischen Provinz haben am Samstag einen vom serbischen Vizeregierungschef Nebojsa Covic lancierten Teilungsplan zurückgewiesen. Covic, der auch Chefunterhändler Belgrads für Südserbien ist, hatte am Freitag nach Angaben der Nachrichtenagentur Beta in Belgrad erklärt, das Kosovo solle in zwei Gebiete aufgeteilt werden.

Während in einem Teilgebiet die Mehrheit der albanischen Bevölkerung leben könne, solle das dann serbische Gebiet unter Schutz der jugoslawischen Armee und der serbischen Polizei auch die Kulturdenkmäler der Serben umfassen, hatte Beta unter Berufung auf Covic gemeldet.

Ein UNMIK-Sprecher wies am Samstag in Pristina alle Spekulationen dieser Art zurück. Vertreter der Kosovo-Albaner erklärten, derartige Teilungspläne könnten zum Krieg führen. Kola Berisha, der stellvertretende Vorsitzende der von Ibrahim Rugova geführten gemäßigten Albaner-Partei im Kosovo, LDK, sagte, die ethnischen Albaner im Kosovo, in Mazedonien, Serbien, Albanien und anderswo würden eine Teilung zu verhindern wissen.

Als gefährlich bezeichneten auch die kosovo-serbischen Politiker Oliver Ivanovi und Momcilo Trajkovic gegenüber Beta den Teilungsvorschlag von Covic, da er zu neuen Spannungen führen könne. Von Covic's Koalitionspartnern im regierenden serbischen Parteienbündnis DOS gab es keine Stellungnahme.

Bei der albanischen Mehrheitsbevölkerung der Provinz waren bereits früher Vorschläge in diese Richtung auf scharfe Ablehnung gestoßen. Das Kosovo soll nach der UNO-Resolution 1244 Autonomie innerhalb Jugoslawiens bekommen, während die überwiegende Zahl der Albaner die Unabhängigkeit fordert. (APA/dpa)

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