Blutstammzellen aus dem Bioreaktor

20. Mai 2001, 19:07
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Deutsche Forscher sehen weitere Chancen für die Krebstherapie

Jülich - Blutbildende Stammzellen sorgen lebenslang für die ständige Erneuerung des Bluts und für ein intaktes Immunsystem. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben nun einen neuen Bioreaktor entwickelt, in dem Blut bildende Stammzellen in großem Maßstab kultiviert und vermehrt werden können. Bislang konnten diese Zellen nur in geringer Zahl aus Knochenmark oder Nabelschnurblut gewonnen werden.

Besonders bei der Behandlung von Krebs können diese Zellen kranken Kindern helfen, deren Immunsystem durch eine Chemo- oder Strahlentherapie zerstört ist. Denn allein aus den Stammzellen kann sich wieder ein intaktes Immunsystem entwickeln. Bisher war dazu eine aufwändige Transplantation von Knochenmark nötig. Aber für 20 Prozent aller Patienten kann trotz weltweiter Suche kein passender Spender gefunden werden.

Für die Kultivierung unter kontrollierten Bedingungen nutzten die Forscher kleine poröse Kugeln aus Kollagen, einem Eiweiß, in deren Hohlräumen sich die Stammzellen wie in den Nischen des Knochenmarks ansiedeln können. Auf überraschend einfache Weise werden die Blut bildenden Zellen schließlich von den Wissenschaftlern geerntet: ein Enzym wird zugegeben und löst die Kugeln auf. Übrig bleiben die wertvollen Zellen. Auf diese Weise können bereits klinisch relevante Mengen produziert werden, auch wenn das Verfahren vor dem klinischen Einsatz noch intensiv geprüft werden muss. (pte)

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