Tauernschleuse : Für Salzburg unverzichtbare Verkehrsverbindung

18. Mai 2001, 17:01
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Zumindest halbstündiger Takt in der Hauptreisezeit nötig

Blachfellner: Vorschlag zu einem Mehrstufenplan zur Modernisierung Salzburg/Mallnitz (APA) - "An der Bedeutung der Tauernschleuse als unverzichtbare Verkehrsverbindung zwischen zwei Bundesstraßen sowohl für den internationalen, wie auch für den innerösterreichischen Verkehr sei auch in Zukunft nicht zu zweifeln."

Dies stellte der Salzburger Verkehrsreferent LR Walter Blachfellner (S) anlässlich eines gemeinsam mit seinem Kärntner Amtskollegen LR Gerhard Derfler (F), abgehaltenen Gipfelgespräches über die Zukunft der Tauernschleuse, in Mallnitz fest.

Sicherheitsstandards sind nicht mehr haltbar

Es sei klar, dass nach den tragischen Tunnelunfällen der jüngeren Vergangenheit der frühere Sicherheitsstandard der Tauernschleuse nicht mehr haltbar ist. Der jetzige Verkehr mit einem Zwei-Stunden-Takt zwischen Böckstein und Mallnitz sei aber nicht mehr als ein völlig unzureichendes Provisorium", erläuterte der für Verkehr zuständige Landesrat. Blachfellner appellierte an den Bund als Verantwortlichen, sowohl für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der ÖBB, zu welchen der Schleusenverkehr zu zählen sei, als auch für die Bundesstraßen, seinen finanziellen Verpflichtungen für die Tauernschleuse auch weiterhin voll und ganz nachzukommen. "Die Tauernschleuse darf nicht länger ein Versuchsballon für den grauen Finanzausgleich zu Lasten der Länder und Gemeinden sein", stellte der Salzburger Verkehrslandesrat die finanzielle Verantwortung klar.

Mehrstufenplan zur Modernisierung der Tauernschleuse

Blachfellner schlug einen Mehrstufenplan zur Modernisierung der Tauernschleuse vor: Zunächst müsse bereits kurzfristig alles daran gesetzt werden, unter Berücksichtigung sämtlicher Sicherheitsaspekte für derartige Verkehre zumindest einen 90-Minuten-Takt zu erreichen. Diese Stufe müsste bis zum Einsetzen der Hauptreisezeit, also noch vor dem Sommer 2001, erreicht werden. Zur Abdeckung der Spitzenlast im heurigen Sommer sollen auch die bestehenden Verladeeinrichtungen am Bahnhof Schwarzach für eine Shuttle-Verbindung Schwarzach - Mallnitz genutzt werden, um die Frequenz der Autoreisezüge deutlich zu erhöhen. Dieser Vorschlag Blachfellners sei realistisch und von ihm auch schon mit den Fachleuten vor Ort besprochen worden.

Entwicklung muss wieder zu einem zumindest halbstündigen Takt in der Hauptreisezeit

Weiters müsse rasch geprüft werden, durch welche Neuinvestitionen im Waggonbereich in Kombination mit einer Optimierung der Abfertigung ein Stundentakt erzielt werden kann. Zentrales Element dabei sei der Bau von neuen Verschub tauglichen Waggons für den Autotransport sowie der Einsatz von Doppelstockwagen für die Fahrgäste. In einer weiteren Stufe müsse man das Betriebskonzept für die Tauernschleuse auf die Zeit nach Beendigung der mehrjährigen Sanierungsmaßnahmen im Tunnel vorbereiten, wenn wieder die volle Belastbarkeit des Tunnels gegeben ist. "Die Entwicklung muss wieder zurück zu einem zumindest halbstündigen Takt in der Hauptreisezeit gehen", erklärte Blachfellner.

Haupt-Bahnverbindung auf der Achse zwischen Ostsee und Norditalien

In langfristiger Perspektive sei schließlich auch zu überlegen, ob angesichts der gedachten künftigen Rolle der Tauernbahn als einer Haupt-Bahnverbindung auf der Achse zwischen Ostsee und Norditalien und dem Balkan nach Vollendung ihres zweigleisigen Ausbaues nicht auch der Bau eines doppelröhrigen Tunnels mit vier Gleisen Sinn macht. Autoreisezüge im Fernverkehr könnten damit längerfristig zu einer echten Alternative zum sommerlichen Blechsalat auf den Transitautobahnen werden. Angesichts der unbestreitbaren Bedeutung der Tauernschleuse für den Verkehr müsse jetzt endlich Schluss sein mit der Defensivstrategie der Verantwortlichen im Verkehrsministerium und bei den ÖBB in den vergangenen Monaten.

Ab sofort sei eine Vorwärtsstrategie zu betreiben, um die Tauernschleuse Schritt für Schritt zu einem attraktiven Verkehrsmittel mit zeitgemäßem Sicherheitsstandard zu machen. "Die betroffenen Länder und die Gemeinden der Region stehen dabei als konstruktive Partner bei der Entwicklung neuer Lösungen zur Verfügung, nicht aber als Opfer eines heimlichen Finanzausgleiches in nationalen und internationalen Verkehrsfragen", schloss der Landesrat.

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