Mit Saugnäpfen eine Glasfassade hoch

17. Mai 2001, 21:29
1 Posting

Der Hersteller des "Gekkomat" reibt sich die Hände: Hoffnung auf neuen Trendsport

Herzogenaurach - Mit dem "Gekkomat" des deutschen Erfinders Gerald Winkler aus Herzogenaurach können Feuerwehrleute oder Freizeitsportler auch die glatteste Hausfassade erklimmen. Insgesamt vier Saugnäpfe, unter denen ein Vakuum aufgebaut wird, halten eine Last von bis zu 1600 Kilogramm sicher für eine halbe Stunde fest. Ein erster Prototyp der innovativen Steighilfe hat sich in Tests bereits bewährt, wie ein Video im Internet zeigt.

Das Vakuum zwischen Saugnapf und Wand wird über einen Vorrat an Druckluft erzeugt, den der Kletterer in kompakten Gasflaschen auf dem Rücken mit sich trägt. Strömt das Gas schnell aus, reißt es die Luft unter den Saugnäpfen mit sich. Dieses so genannte "Venturi-Prinzip" kommt auch in Wasserstrahlpumpen im Chemielabor zur Anwendung. Eine eigens entwickelte Computersteuerung zeigt dem "Free-Climber" jederzeit den Druckzustand unter den lebenswichtigen Halterungen an. Leuchtdioden geben "Grünes Licht", wenn sich das Vakuum nach rund zwei Sekunden aufgebaut hat. Zudem lässt sich gleichzeitig nur ein Napf von der Wand lösen, so dass der Kletterer immer über einen sicheren Halt verfügt.

Obwohl der "Gekkomat" bei Reparaturen an Hochhäusern oder Betonwänden als Ersatz für ein aufwändiges Gerüst dienen kann, hat Winkler vor allem ein neues Freizeitvergnügen im Auge. Die Suche nach dem Adrenalin-Kick sei mit dieser Entwickler sicher. "Für den Fun-Sport-Bereich ist der Gekkomat eine Bereicherung", so Winkler. Auch Anfragen aus dem Baugewerbe liegen schon vor. Der Marktpreis lässt dich allerdings noch sehr schwierig abschätzen, da über Jahre viel Geld und Zeit in die Entwicklung geflossen ist. "Sechsstellig wird der Preis wohl schon werden. Doch in der Serienproduktion wird der Gekkomat sicher günstiger", schätzt Winkler. (pte)

Share if you care.