max.mobil baut seinen Vorstand um

18. Mai 2001, 14:04
posten

Radinger übernimmt Markenentwicklung bei T-Mobile - Pölzl wird CEO

London - Die Globalisierungsstrategie von T-Mobile (TMO), der Mobilfunkholding der Deutschen Telekom, zeigt erste sichtbare Auswirkungen auf die Österreich-Tochter max.mobil: Zum einen bekommen die beiden Max-Geschäftsführer Friedrich Radinger und Georg Pölzl personelle Verstärkung und zum anderen wird - vorerst nur mit Produkten und Services - schrittweise die globale Marke T-Mobile platziert. Dies gab TMO-Chef Kai-Uwe Ricke am Mittwochabend in London bekannt.

Vorbehaltlich der Zustimmung des TMO-Aufsichtsrats übernimmt Vertriebs- und Marketingvorstand Radinger zusätzlich die Funktion des "Brand Officers" für die gesamte TMO-Gruppe. Zu seinen Aufgaben gehört es, die bei den TMO-Töchtern und -Beteiligungen in 24 Ländern die noch weitgehend unbekannte Dachmarke zu platzieren.

Der bisherige Finanzchef Georg Pölzl wird als Vorstandsvorsitzender (CEO) die Agenden der Mäxe im TMO-Vorstand repräsentieren. Neu in den Vorstand einziehen wird Johannes Schmidt-Schultes, bisher Finanzvorstand bei Klöck- ner & Co, der Stahlhandelsfirma des Strom- und Mischkonzerns E.ON. Zuvor war Schmidt-Schultes im Controlling des mit Veba zu E.ON verschmolzenen Telekom-Mischkonzerns Viag.

Weder Pölzl noch Ricke wollen den Umbau im Management als "Anschluss" an TMO werten: "Das Geschäft funktioniert lokal, daher bleibt max.mobil unternehmerisch frei." Aber: Die TMO-Gruppe müsse zu einer "europäischen Gesellschaft" werden, denn der Druck, die Investments über eine größere Kundenbasis zu verteilen, steige enorm, betonte Ricke.

Europatarif für Vieltelefonierer

Ein erster, kleiner Schritt in Richtung globale Services ist "Worldclass", ein Europatarif für Vieltelefonierer bei max.mobil One2One und D1. Ab Juni zahlen deren Kunden für Auslandsgespräche in allen TMO-Ländern pro Gesprächsminute 89 Cent, also 12,25 Schilling, kündigte Max-Vorstand Radinger an.

Die TMO-Gruppe selbst will nach dem kartellrechtlichen Okay für die Übernahme des US-Mobilfunkers Voicestream ihre Internationalisierung vorantreiben. "Amerika wird für uns das absolute Wachstumsgeschäft", sagte Ricke. Wie berichtet, haben die US-Kartellbehörden der Übernahme des sechstgrößten US-Handyfunkers durch die Deutsche Telekom im April zugestimmt. Fehler, wie die milliardenschwere Subventionierung von Wertkartenhandys werde man im Wachstumsmarkt USA nicht wiederholen, so Ricke. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Printausgabe 18.5.2001)

Share if you care.