Eine Runde im Zeichen des Titel- und Abstiegskampf

12. Mai 2001, 12:53
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Rapid und Sturm geben ebenso wenig auf wie der LASK

Wien - Die österreichische Fußball-Meisterschaft geht in ihre Endphase und praktisch ist schon das meiste "vorentschieden". Denn Titelverteidiger FC Tirol liegt drei Runden vor Schluss vier Punkte vor dem SK Rapid und fünf vor Sturm an der Spitze, die Rivalen aus Wien und Graz haben sich wohl schon für den UEFA-Cup qualifiziert, weist doch die Austria als Vierter schon fünf Zähler Rückstand auf Vastic und Co auf. Im Kampf gegen den Abstieg sieht es für den LASK mit vier Punkten minus auf Admira Mödling und mit sechs auf SW Bregenz schon recht düster aus.

Doch noch geben sich die Linzer nicht geschlagen und hat man zumindest bei Rapid nach dem Cup-k.o. gegen die Tiroler die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, vielleicht in der Meisterschaft doch noch den Innsbruckern gefährlich werden zu können. "Wir wollen den Tirolern, die beim LASK noch lange nicht gewonnen haben, drei Punkte vorlegen, auch wenn wir wissen, dass es in der Südstadt gegen die Admira wieder ein Kampf auf Biegen und Brechen wird", sagte Rapid-Trainer Ernst Dokupil, der bei einem Sieg der Linzer ein Ansteigen der "ohnehin schon großen Nervosität bei den Tirolern" erwartet. "Wir können hingegen befreit spielen", so der Coach.

LASK braucht gegen Tirol drei Punkte

Während der LASK (Hans Kondert: "Wir brauchen gegen Tirol unbedingt drei Punkte, denn dann gibt es für den Endkampf wieder Selbstvertrauen") so lange nicht aufgibt, so lange rechnerisch eine Chance besteht, hat auch die Admira nichts zu verschenken. "Rapid ist zwar klarer Favorit, eine Sensation wie das 2:1 in Hütteldorf gibt es nicht immer, wir haben auch einige ansgeschlagene Leute, doch wir wollen eine gute Figur abgeben", meinte Hans Krankl vom zweiten Cup-Verlierer dieser Woche. Der einstige Rapid-Goleador hofft nur, "dass die vier Punkte Vorsprung auf den LASK bleiben".

Kurt Jara sieht es als Vorteil an, dass seine Elf beim Anpfiff in Linz schon weiß, wie die anderen Partien ausgegangen sind. "Punkten die Admiraner und Bregenzer, dann steht der LASK unter einem riesigen Zugzwang, das könnte gut für uns sein", so der Tirol-Trainer. "Wir müssen nur unser Spiel spielen, flach und schnell in die Spitzen", betonte Torjäger Radoslaw Gilewicz.

Grazer Derby

Doch auch der SK Sturm könnte unter Umständen im Kampf um den Titel noch mitmischen. Dazu wäre jedoch der 37. Sieg im 106. Grazer Derby gegen den GAK notwendig. "Theoretisch wäre es noch möglich", konzediert schweren Herzens Ivica Osim, "aber wir hätten das nicht verdient". Dass ein UEFA-Cupplatz für seinen Klub praktisch sicher ist, kontert der Sturm-Trainer mit den Worten, "praktisch ist immer gefährlich". Wenig Freude hat Osim mit der Tatsache, dass gleich eine Reihe von Spielern wie Schupp, Ibertsberger, Schopp, Prilasnig, Reinmayr, Minavand wissen, wo sie nächste Saison spielen werden. "Das kann sich schlecht auf die Leistung auswirken."

GAK-Trainer Werner Gregoritsch schiebt in diesem "Prestigematch" die "klare Favoritenrolle" dem Stadtrivalen zu. "Aber wir haben uns in dieser Saison gegen Sturm sehr gut geschlagen", hofft er auf eine Fortsetzung.

Bregenz will Erfolgsserie fortsetzen

Auf eine Fortsetzung der Bregenzer Erfolge hofft auch Rainer Hörgl gegen die Austria. Zehn Punkte in den jüngsten vier Spielen beförderten die Vorarlberger praktisch aus der Gefahrenzone. "Wir dürfen aber nicht nachlässig werden, wollen noch den einen oder anderen Punkt holen und müssen auf uns selbst schauen", meinte der Deutsche. Für die Austria ist der internationale Zug wohl so gut wie abgefahren. "Die letzten drei Runden wollen wir aber mit voller Konzentration angehen", fordert Arie Haan, der am Vortag einen "gewaltigen Schnitt zum Saisonende" angekündigt hatte. Übrigens vor einem Jahr hatte die Austria im Horr-Stadion das letzte Saisonduell gegen Bregenz mit 2:5 verloren.

Salzburg gegen Ried eher freundschaftlich

Um nicht mehr allzuviel geht es im Treffen der Salzburger mit dem SV Ried. "Wir möchten aber ein gutes Saisonende haben, nur müssen wir unsere Chancen besser verwerten", so Salzburg-Trainer Hans Bakke. Alfred Tatar vom SV Ried hat als Ziel ausgegeben, den GAK zu überholen. Denn der besser platzierte Klub spielt im UI-Cup erst in der zweiten Runde wahrscheinlich in der Schweiz, der andere muss in der ersten Runde nach Georgien. Die Grazer liegen vier Punkte vor den Innviertlern. (APA)

TERMINE

Samstag 15 Uhr 30
Sturm - GAK
Admira - Rapid
Austria - Bregenz
Salzburg - SV Ried

Samstag 19 uhr 30
LASK - FC Tirol

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