Bin-Laden-Prozess: Zwei Angeklagten droht die Todesstrafe

11. Mai 2001, 09:48
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Geschworene beraten über Urteile

New York - Fast drei Jahre nach den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania haben am Donnerstag in New York die Beratungen der Geschworenen über Urteile gegen vier mutmaßliche Mittäter begonnen. Sie sollen im Auftrag des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden gehandelt haben, der sich in Afghanistan versteckt hält.

Zwei der Angeklagten droht die Todesstrafe. Sie sollen im Sommer 1998 die jeweiligen Autos mit den Sprengsätzen vor die US-Missionen in Nairobi und Daressalam gefahren haben. Durch die Bombenexplosionen waren insgesamt 224 Menschen, unter ihnen 12 Amerikaner, getötet worden. Zwei weiteren Angeklagten droht lebenslange Haft. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft vor, die Anschläge durch logistische Unterstützung mit vorbereitet zu haben, ohne direkt daran beteiligt gewesen zu sein.

Schuldfähigkeit

Die Verteidigung hatte dargelegt, dass keiner der Angeklagten eine Hauptrolle bei den Attentaten gespielt habe. Selbst die beiden Fahrer der Sprengstoffautos hätten nicht genau gewusst, was die Folgen der Ausführung ihrer Befehle sein würden. Demgegenüber beharrten die Ankläger darauf, dass alle vier sich bewusst einem von bin Laden erklärten "Heiligen Krieg" gegen die USA zur Verfügung gestellt hätten und uneingeschränkt schuldfähig seien.

Die Beratungen der Geschworenen könnten mehrere Tage in Anspruch nehmen. Bevor sie zu einer Urteilsfindung kommen, müssen sie in Dutzenden Einzelfragen über Schuld oder Unschuld der jeweiligen Angeklagten befinden. (APA/dpa)

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