Ziele bei Libro "zu hoch gesteckt"

10. Mai 2001, 11:36
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Libro-Eigentümer UIAG: "Zu rasche Expansion" und "unzureichende Managementkapazitäten"

Wien - Die Unternehmens Invest Aktiengesellschaft (UIAG), die mit 10,3 Prozent an der börsenotierten Buchhandels- und Medienkette Libro AG (Guntramsdorf) beteiligt ist, hat in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht eingeräumt, dass - angesichts der tiefroten Libro-Zahlen für das Bilanzjahr 2000/2001 (per Ende Februar) - die Ziele bei Libro "zu hoch gesteckt" gewesen seien. Das unter Plan liegende Ergebnis sei vor allem auf eine zu rasche Expansion gleichzeitig in mehreren Bereichen und auf unzureichende Managementkapazitäten zurückzuführen, heißt es im Bericht.

Nach Erkennen der Fehlentwicklungen sei die erste und zweite Managementebene ausgebaut worden. Libro hat Ende März mit Werner Steinbauer einen neuen Finanzvorstand ins Unternehmen geholt. Auch der Vorstand der Internet-Tochter Lion.cc wurde verstärkt. Weiters seien Controlling-Tools, die zu einer verbesserten Kostentransparenz führen sollen, eingeführt und sämtliche Filialen "gescreent" worden.

Neueröffnung von Filialen zurückgestellt

Geplante Neueröffnungen von Filialen seien zurückgestellt und das Produktsortiment redimensioniert worden. Außerdem habe man sich auf hochmargige Produkte konzentriert. Künftig werde eine konsequente Zwei-Markenstrategie für Libro und Amadeus, die ausgegliedert werden sollen, gefahren.

Seit November 2000 sei die KPMG Austria Wirtschaftsprüfungs-GmbH zur begleitenden Kontrolle eingeschaltet. Ziel sei nun die Steigerung der Liquidität des Unternehmens, der Abbau des vorhandenen Warenlagers und dem damit gebundenen Kapital sowie das Erreichen eines positiven Ergebnisses und Gewinnwachstums.

Ergebnis deutlich unter den -Erwartungen

Das noch ungeprüfte vorläufige Konzernergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) von Libro stürzte 2000/2001 von plus 6,5 Mill. Euro auf minus 16,7 Mill. Euro (minus 230 Mill. S). Das Ergebnis lag damit deutlich unter den Analysten-Erwartungen, die im Durchschnitt mit einem EBITDA-Verlust von 12,5 Mill. Euro gerechnet hatten. Der konsolidierte Umsatz verbesserte sich um 16 Prozent auf 396,9 (342,9) Mill. Euro.

Neben der UIAG ist an Libro die Telekom Austria (25 Prozent und 1 Aktie) und die deutsche UIAG-Mutter DBAG (Deutsche Beteiligungs AG) in Frankfurt (14,7 Prozent) beteiligt. 9,2 Prozent von Libro gehören dem Management, 11,5 Prozent der Anteile halten sonstige Privataktionäre, 29,3 Prozent sind in Streubesitz. (APA)

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