Zimmerpflanzen schlucken Schadstoffe im Büro

10. Mai 2001, 10:41
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Gegen Gifte in Spanplatten, Teppichböden und Zigarettenrauch

Hamburg - Zimmerpflanzen wirken in geschlossenen Räumen wie eine "Grüne Leber". Die Zeitschrift FÜR SIE berichtet in ihrer jüngsten Ausgabe über Forschungsergebnisse des John C. Stennis Space Centers der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, wonach Orchidee, Gerbera und Co. die Fähigkeit haben, Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Giftstoff Formaldehyd

Unter den bis zu 4000 existierenden Schadstoffen nimmt Formaldehyd den größten Raum ein, steckt es doch in Spanplatten und Teppichböden sowie im Zigarettenrauch. Auch Benzol aus der Außenluft, die Lösungsmittel Trichlorethylen aus Reinigungsmitteln und Xylol und Toluol in Lacken und Farben gehören dazu. Diese Giftstoffe sind verantwortlich für das "Sick Building Syndrome", also Beschwerden, die in Innenräumen auftreten. Dazu zählen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizhusten, Atemnot sowie Reizungen von Augen, Nase und Hals.

"Grüne Leber"

Untersuchungen am GSF-Institut bestätigen laut FÜR SIE, dass das entgiftende System der Pflanzen tatsächlich wie eine "Grüne Leber" funktioniert. Spezielle Enzyme wandelten aufgenommene Gifte in bedenkenlose Stoffe um, die von der Pflanze weiterverwertet werden.

Diese Enzyme stecken generell in allen Pflanzen. Zwar könnten Grünpflanzen die Luft stark belasteter Räume nicht komplett reinigen, aber in genügender Zahl und Größe das "Betriebsklima" wesentlich verbessern. Außerdem seien viele Pflanzen optimale Luftbefeuchter, die dafür sorgten, dass sich die Bewohner auch bei trockener Hitze wohl fühlten.

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