Mexiko: Indigene Bevölkerung kündigt landesweite Proteste an

9. Mai 2001, 13:25
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Gegen abgeschwächtes Gesetz über Rechte der Ureinwohner

Mexiko - Eine indianische Dachorganisation in Mexiko hat zu landesweiten Proteste gegen ein kürzlich verabschiedetes Gesetz über die Rechte der Ureinwohner aufgerufen. Der Nationale Indigene Kongress (CNI) bezeichnete das Gesetz am Dienstag auf einer Pressekonferenz als Witz und als Schritt zurück. Vergangenen Monat hatten bereits die zapatistischen Rebellen aus Protest gegen die Verabschiedung alle Kontakte mit der Regierung abgebrochen.

Der von den Zapatisten und dem CNI unterstützte ursprüngliche Entwurf sah Autonomie für indianische Dorfgemeinschaften vor sowie die Anerkennung ihres Besitzrechts auf Land und natürliche Rohstoffe. Die vom Senat abgeschwächte Version gewährt aber nur begrenzte Autonomie und fordert zudem die Annahme der Regelungen durch die jeweiligen Parlamente der Teilstaaten.

CNI-Vertreter Abelardo Torres rief alle Anhänger und Sympathisanten zu Protestkundgebungen auf. Eine Demonstration ist am kommenden Montag auf dem Hauptplatz von Mexiko-Stadt geplant. Unabhängig vom CNI kündigte auch die so genannte Zivilgesellschaft, die sich für Frieden im Staat Chiapas einsetzt, Proteste an. Beide Organisationen forderten Präsident Vicente Fox auf, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen. (APA/AP)

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