Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelt wegen möglicher Sterbehilfe

8. Mai 2001, 15:43
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Vorarlbergern soll Mutter in die Schweiz gebracht haben - Verdacht der Mitwirkung zum Selbstmord

Bregenz/Feldkirch - Die Vorarlberger Justiz hat Untersuchungen in einem möglichen Fall von Sterbehilfe im Ausland aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch führt Ermittlungen gegen eine in Zürich wohnhafte Vorarlbergerin wegen des Verdachts der Beihilfe zum Selbstmord, berichtete am Dienstag ORF Radio Vorarlberg.

Überdosis Schlaftabletten

Laut Leitendem Staatsanwalt Franz Pflanzner handelt es sich um einen heiklen juristischen Fall. Die Frau soll ihre betagte, schwer kranke und nicht mehr bewegungsfähige Mutter von Vorarlberg in die Schweiz zum Verein "Exit" gebracht haben, der auch "Freitodbegleitung" anbietet. Dort habe die 85-jährige Patientin eine Überdosis Schlaftabletten erhalten, die Medikamente selbst eingenommen und sei daraufhin gestorben.

Untersucht wird nun der Verdacht, dass die Kranke von der Tochter ausschließlich für den Selbstmord in die Schweiz transportiert worden ist. In der Schweiz ist die Beihilfe zum Selbstmord nicht strafbar, aktive Sterbehilfe wie in Holland ist nicht erlaubt. In Österreich wird Mitwirkung zum Suizid mit bis zu fünf Jahren bestraft. (APA)

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