Einstellung der Verfahren gegen Schnell und Naderer zu voreilig?

8. Mai 2001, 15:04
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Falter: Aussage von Haider-Chauffeur vernachlässigt

Wien - Wie der Falter in seiner am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde in der Strafsache Karl Schnell und Helmut Naderer der Aussage von Christian W., Sekretär von Schnell und Chaffeur von Haider, offenbar zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die Einstellung der Verfahren gegen Karl Schnell und Helmut Naderer könnte demnach doch zu voreilig verfügt worden sein.

Der Falter zitiert die Aussagen von Christian W. aus einer Befragung der Wirtschaftspolizei vom 2. Dezember 2000. Dieser meinte dabei, unter Wahrheitspflicht von zwei Beamten einvernommen:

"In meiner Tätigkeit als Sekretär von Landesparteiobmann Dr. Schnell war ich mit ihm und mit dem Gendarmeriebeamten Naderer im September 1997 im Gendarmerieposten Bergheim. Dort wurden wir von den Beamten in ein Dienstzimmer geführt, wo ein Gendarm dem Herrn Naderer ein Dokument übergab. Dieser reichte es, nachdem er es gesehen hatte, an Dr. Schnell weiter. Dieser wiederum gab es mir zur Verwahrung.

Ich warf einen Blick hinein und bemerkte, dass darin unter anderem ein Computerausdruck über eine Prostituierte lag. Ich weiss das heute noch so genau, weil ich mit damals nicht vorstellen konnte, wozu Dr. Schnell dieses Dokument braucht ... Im Zuge des Wahlkampfes erschienen in der Kronen Zeitung Artikel, in denen es auch um Geheimprostituierte ging, welche Notstandshilfe beziehen."

Diese Angaben waren für Werner Pürstl, Sektionschef im Justizministerium, zu "vage" und die Verfahren gegen die beiden FP-Politiker wurden eingestellt, da die Ermittlungen "zu wenig Konkretes" ergeben hätten. (red)

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