Sozialforscher Marin für ein "vernünftiges Bonus/Malus-System"

7. Mai 2001, 10:28
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...denn die derzeitigen Zu- und Abschläge seien "lächerlich"

Wien - "Ein versicherungsmathematisch vernünftiges Bonus/Malus-System" zur Hebung des Pensionsantrittsalters hat der Sozialwissenschafter Bernd Marin am Sonntag bei der ORF- Diskussionssendung "Betrifft" eingemahnt: "Jeder, der nicht mit 61 Jahren in Pension geht, schenkt dem Staat ein paar hunderttausend Schilling", so Marin. Seine Zielvorstellung: Sieben bis acht Prozent Bonus pro zusätzlichem Arbeitsjahr sowie sechs Prozent jährlichen Malus. Die derzeitigen Zu- und Abschläge von zwischen einem und vier Prozentpunkten hält Marin für "lächerlich".

Die "Fakten" zitierte ÖVP-Finanzsprecher Günther Stummvoll: Im Vergleich zu 1970 trete der Durchschnittsösterreicher nun zwei Jahre später ins Erwerbsleben ein, scheide vier Jahre früher wieder aus und lebe vier Jahre länger. "Wir müssen schauen, dass sich das Pensionsalter in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in Richtung 65 entwickelt", meinte Stummvoll. Dazu werde es auch Systemänderungen geben müssen, meinte der ÖVP-Politiker, allerdings "nicht in dieser Periode".

Kritik am mangelnden Vorbildcharakter der Regierungspolitik übte demgegenüber SP-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy. So würden Beamte in ausgegliederten Betrieben mit 55 Jahren per "Golden Handshake" in Pension geschickt. Silhavy: "Glauben Sie, die werden anderswo bis 65 beschäftigt, wenn der Staat sie mit 55 hinausbugsiert?"(APA)

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