Vollbesetzte Fähre im Kongo gekentert

3. Mai 2001, 23:12
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Bis zu 100 Tote befürchtet

Goma - Bei einem Fährunglück im kongolesischen Teil des Kivu-Sees sind am Donnerstag möglicherweise 50 bis 100 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden zunächst nur fünf Leichen geborgen, nachdem ein im Hafen von Goma liegendes vollbesetztes Fährschiff mit wahrscheinlich mehr als hundert Menschen an Bord kenterte. Auf dem Schiff befanden sich nach Augenzeugenberichten überwiegend Frauen und Kinder, die Schutz vor beginnenden starken Regenfällen suchten.

Das Schiff habe durch die plötzlich an Bord laufende Menschenmenge Schlagseite bekommen und sei innerhalb weniger Minuten gesunken. Am Abend suchten mehrere Helfer des kongolesischen Roten Kreuzes noch nach Überlebenden und Opfern. Das unter Kontrolle von Rebellen stehende Goma verfügt über keinerlei reguläre Rettungskräfte.

Überlebende berichteten, das Schiff habe bereits vor dem Einlass der ersten Passagiere eine leichte Schieflage gehabt. Die meisten Überlebenden waren Männer, die sich schwimmend auf den Steg oder in der Nähe liegende Boote retten konnten. Nach Angaben eines Hafenarbeiters wurde die Fähre zum Unglückszeitpunkt gerade mit mehreren hundert Lastsäcken beladen. Viele Menschen hätten im Schiff auf den Säcken Platz genommen.

Das 20 Meter lange und sechs Meter breite Unglücksboot "Musaka" war noch nicht vollständig fertiggestellt und sollte nach Angaben der Hafenbehörden noch am Abend ins 70 Kilometer südlich gelegene Bukavu auslaufen. Das Schiff absolvierte die Strecke zwischen Goma und Bukavu demnach erst drei Mal.(APA)

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