Hat Teamarbeit im Cyberspace noch eine Chance?

14. Mai 2001, 15:41
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Eine große sogar, glaubt Stephen Ruth

Wien - Den Teamworks im Cyberspace stehe eine große Zukunft bevor. Davon zeigt sich Stephen Ruth, Professor der George Mason University in Virginia überzeugt. Der Wissenschaftler hielt einen Vortrag über Unternehmens-Strategien im Virtuellen Raum.

Ruth hat in seiner Theorie eine Strategie entwickelt, die der eines olympischen Zehnkampfes nachgebildet ist. Nicht nur der finanzielle Vorteil des Unternehmens findet sich darunter. "Zugelassen im Team sind nur Weltklasse-Athlethen, nur Menschen mit hoher Lernbereitschaft, einer gewinnenden persönlichen Art, besten Voraussetzungen in Management-Charakteristiken, höchster individueller Produktivität, außergewöhnlich gutem Online-Verhalten. Auch Organisationstalent und Organisationskultur zählen zu den Voraussetzungen für ein erfolgreiches virtuelles Teaming", so der Experte.

Ruth ist in seinem Vortrag auch auf die Kostenersparnis einzelner Unternehmen, die erfolgreiches virtuelles Teaming durchgeführt haben, eingegangen: TI Wafer Factory hat sich dadurch 1,5 Mrd. Dollar erspart, der Pharmakonzern Hofmann-Laroche konnte eine Million Dollar pro Tag einsparen. Fünf Medical Centers in Neuengland konnten durch virtuellen Informationsaustausch die Sterberate von Patienten um 24 Prozent senken.

Für Ruth zählt aber auch bei einem virtuellen Team zuerst die Frage nach der Persönlichkeit der Teilnehmer. Erst dann komme die Technologie. "Die rasant schnelle Übertragung von Informationen erfolgt nicht nur über E-Mails, sondern auch über Video und Voice-Aufzeichnungen", so Ruth. Die Virtuosität des Mitarbeiters müsse für alle Bereiche gelten. "Die spitzenmäßige Ausbildung umfasst technische Fähigkeiten, aber auch die Charaktereigenschaften Optimismus gepaart mit Realismus. Darüber hinaus sollte der virtuelle Teamgeist auch mehrere Sprachen fließend sprechen, ein gelernter Kommunikator und ein Zuhörer auf olympischen Niveau sein", meint der Experte.

Für die Unternehmen würde sich der nichtvorhandene fixe Arbeitsplatz auch sehr positiv auswirken. Einsparungen belaufen sich auf bis zu 2.000 Dollar pro Arbeitsplatz. Dadurch würden sich, so Ruth auch Einsparungen in Miet- und Liegenschaftskosten ergeben. Nicht eingegangen ist der Technokrat Ruth, auf die Tatsache, dass auch universitäre Betriebe wie die George Mason University auf Mitarbeiter verzichten und stattdessen virtuelle Vorlesungen und Vorträge abhalten könnten. (pte)

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