Im Kampf gegen Zyklon und Kinderarbeit

3. Mai 2001, 17:10
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Der "Entwicklungshilfe-Klub" hat in Indien 50 Dörfer samt Infrastruktur errichtet

Delhi/Wien - Robert Wychera, ehemaliger Bankmanager, und der "Entwicklungshilfe- Klub" feiern ein Jubiläum. Sie haben die Patronanz für den Bau des 50. Dorfes in Indien übernommen. Zyklon-Stüme und heftiger Monsunregen zerstören immer wiederkehrend die armselig errichteten Hütten der Einheimischen in Südindien.

In Zusammenarbeit mit dem belgischen Pater Anthony Windney wurden bereits 500 Dörfer errichtet, um den Menschen eine sturmfeste Unterkunft gegen den Zyklon zu sichern. Davon wurden 50 von Wychera und dem "Entwicklungshilfe-Klub" finanziert. Ein Dorf umfasst rund 50 Familien. Jede Familie erhält die Kosten für das Baumaterial, das sind rund 11.200 Schilling. Der Arbeitseinsatz wird von der Familie selbst geleistet.

"Aber wir sind kein Bau_unternehmen", so Wychera im Gespräch mit dem STANDARD. "Es geht uns ganz wesentlich um die Verbesserung der sozialen Struktur des Dorfes." So werden auch Schulen und Gesundheitszentren errichtet, Kindergärtnerinnen ausgebildet, Zentren für die handwerkliche Ausbildung aufgebaut, die Dorfführer durchlaufen Qualifizierungsprogramme. Die Kinder sind Wychera und seinen Mitarbeitern ein ganz besonderes Anliegen. Sie werden aus den Ziegelfabriken und Steinbrüchen, wo sie arbeiten, herausgeholt und erhalten eine Ausbildung.

Die Unberührbaren

Eine intensive Zuwendung erfahren auch die Unberührbaren, denen Persönlichkeitsausbildungsprogramme angeboten werden. Das Kastenwesen ist in Indien zwar offiziell abgeschafft, wird aber de facto noch immer praktiziert.

Zur Betreuung der 500 Dorfprojekte wurden rund 500 indische Mitarbeiter gewonnen, die die Hälfte der ortsüblichen Gehälter bekommen.

Mit dem Aufbau von Arbeits- und Lebenschancen auf dem Land soll die häufige Abwanderung in die Städte verhindert werden. Denn die Hoffnung, dort eine bezahlte Arbeit zu finden, endet häufig im Elend der Slums.

Indien ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Entwicklungshilfe-Klubs. 2096 Gruppen und Einzelpersonen haben im vergangenen Jahr 16 Millionen Schilling gespendet. Das Geld kommt vielen verschiedenen Hilfsprojekten in allen Teilen der Welt zugute. Der erfahrene Bankmanager Wychera garantiert persönlich, dass das gespendete Geld widmungsgemäß verwendet wird. Er ist häufig selbst vor Ort, um die Projekte zu begutachten. Die Spendengelder gehen zu 100 Prozent in die Projekte, die Verwaltungskosten wer 4. Spalte den anderweitig beglichen. Detaillierte Auskünfte unter (01) 720 51 50 oder (02242) 70633 (Wychera). (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 3. 5. 2001)

von Josef Ertl

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