Wenn Sushi gesund sein könnte

3. Mai 2001, 16:18
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Vorbeugende Wirkung gegen Lungenkrebs

London - Der Verzehr von großen Mengen der japanischen Rohfisch-Spezialität Sushi reduziert möglicherweise das Lungenkrebs-Risiko von Rauchern, wie eine Studie des japanischen Krebsforschungszentrums in Nagoya ergeben hat. Die Wissenschafter hätten dies bei der vergleichenden Untersuchung von 1.000 Lungenkrebs-Patienten und 4.000 gesunden Menschen festgestellt, berichtete am Donnerstag die Fachzeitschrift "British Journal of Cancer". Die Forscher hatten die Essgewohnheiten der Test-Personen überprüft, um Zusammenhänge mit der Krebsentstehung zu erkennen.

"Japaner lieben ihren frischen Fisch, besonders Sushi. Wir glauben, dass dies der Grund ist, warum die Japaner, obwohl sie genauso viel rauchen wie Leute in Großbritannien, nur zwei Drittel so viele Lungenkrebs-Fälle haben", berichtete Professor Toshiro Takezaki, einer der Autoren der Studie. Die Ergebnisse zeigten, dass roher Fisch besonders gegen eine Form des Lungenkrebses vorbeuge, das Adenokarzinom. Dagegen schütze gesalzener oder getrockneter Fisch nicht vor Lungenkrebs. Möglicherweise stehe die Wirkung im Zusammenhang mit den mehrfach ungesättigten Fischfettsäuren, hieß es in der Studie.

Andere wissenschaftliche Studien hatten bisher keine eindeutige Verbindung zwischen dem Verzehr von rohem Fisch und dem Lungenkrebs-Verhütung beweisen können. Rund 80 Prozent aller Lungenkrebs-Patienten sterben innerhalb eines Jahres nach der Diagnose. Rauchen ist die Hauptursache für Lungenkrebs. Wissenschafter gehen davon aus, dass bei anhaltendem Trend rund eine Milliarde Menschen im 21. Jahrhundert an dieser Krebsform sterben werden. (APA/Reuters)

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