Bulgarien: Teilnahme von Ex-König Simeon II. an Parlamentswahlen genehmigt

3. Mai 2001, 10:55
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Meinungsumfragen bescheinigen der monarchistischen Bewegung rund 43 Prozent der WählerInnenstimmen

Sofia - Nach verfassungsrechtlichen Komplikationen kann der bulgarische Ex-König Simeon II. nun doch an der Parlamentswahl in seiner Heimat am 17. Juni teilnehmen. Die Zentrale Wahlkommission in Sofia entschied in der Nacht auf Donnerstag, die "Nationale Bewegung" des Ex-Königs zusammen mit zwei kleinen Parteien zur Teilnahme an den Wahlen zu registrieren. Insgesamt hat die Wahlkommission damit 85 Parteien und Koalitionen zugelassen.

Nach jüngsten Meinungsumfragen führt die monarchistische Bewegung mit bis zu 43,2 Prozent in der Gunst der WählerInnen. Es folgen die regierenden Vereinigten Demokratischen Kräfte mit bis zu 18 Prozent. Die aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen Sozialisten kommen als stärkste Oppositionspartei auf etwa 17 Prozent. Die Bewegung für Rechte und Freiheiten der türkischen Minderheit, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung darstellt, wird es laut den Umfragen knapp schaffen, die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament (Sobranje) zu überwinden.

Der 63-jährige Ex-König war im April aus seinem spanischen Exil zurückgekehrt, um mit seiner Bewegung an den Parlamentswahlen teilzunehmen. Simeon II. aus dem Hause Sachsen-Coburg-Kohary hatte 1943 als Sechsjähriger nach dem Tod seines Vaters Boris III. unter Vormundschaft eines Regentschaftsrates den Thron bestiegen. Durch seine Mutter Giovanna von Savoyen ist er ein Enkel von König Viktor Emanuel III. von Italien. Im Jahr 1946 musste er nach einer Volksabstimmung, die zur Abschaffung der Monarchie führte, das Land verlassen. Simeon ist seit 1962 mit der spanischen Herzogin von Cortina, Margarita Gomez-Acebo, verheiratet, mit der er fünf Kinder hat. (APA/dpa)

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