Die Streifzüge im Mai

2. Mai 2001, 19:56
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Ein Lesungen-Projekt in der Alten Schmiede

Wien - In der "Alten Schmiede" ein Literaturprogramm gestalten - ist das nicht wie Eulen nach Athen tragen? Mit dem Schweizer Literaturkritiker und Altphilologen Heinz F. Schafroth hat Kurt Neumann für sein Projekt allerdings einen gefunden, der - Athen wie Wien gleichermaßen genießend - das gut kann: Der Monat Mai in der "Schmiede" trägt also seine Handschrift. Und betont mit dem Gesamtmotto "Streifzüge im literarischen Feld" das Offene, Erkundende.

Und, so Schafroth in der Pressekonferenz, auch den - schwierigen - Versuch, in Wien Autor(inn)en vorzustellen, die hier noch nicht oder nicht so oft auftraten.

Hier ein Ausblick: Es beginnt am Freitag mit Brigitte Kronauer und ihrem Roman Teufelsbrück. Am kommenden Montag zwei Debütanten: Jo Lendle - auch Lektor bei DuMont - mit Unter Mardern und Anne Weber.

Am 14. 5. eine produktive Konstellation: Julian Schutting mit an Mythen arbeitenden Gedichten und Urs Allemann, der eben experimentell antike Formen anzuwenden sucht. Dann ein Höhepunkt: Adolf Muschg am 17. 5. mit seinem neuen Roman Sutters Glück. Abschließend (30. 5.) Fleur Jaeggy mit neuen Erzählungen. Der bescheidensten Dichterin des 19.-Jahrhundert-Amerikas, Emily Dickinson, ist am 21. 5. ein eigener Abend gewidmet. Wie schrieb doch Emily, die ihre Kleinstadt nie verließ: "Ich trete nicht hinaus in ein anderes Haus."
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 5. 2001)

Von
Richard Reichensperger

Alte Schmiede,
Schönlaterngasse 9,

Infos unter 5124446 oder unterwww.alte-schmiede.at;

4. 5. bis 30. 5.,

jeweils 19.00
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