Ein potenzielles Massensterben durch den Klimawandel

1. Mai 2001, 20:11
1 Posting

20 Prozent aller Spezies in den meist gefährdeten Zonen könnten aussterben

Wien - 1999 war laut WWF "höchstwahrscheinlich das heißeste Jahr des vergangenen Jahrtausends", die neunziger Jahre das wärmste Jahrzehnt. Klimaänderung und weltweiter Temperaturanstieg sind nach Ansicht von Umweltschützern nicht nur Ursache für eine Zunahme extremer Wettersituationen - Überflutungen, Dürre, Wirbelstürme. Als weniger sichtbare, weil langsam vor sich gehende Folge würden sich die Lebensräume für Tiere und Pflanzen ändern. Können sich Arten nicht anpassen oder abwandern, ist ihr Überleben gefährdet.

Zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen gehören laut WWF Gletscher, Korallenriffe, Mangroven, boreale und tropische Wälder, polare und alpine Ökosysteme. Der Kilimandscharo habe schon 80 Prozent seiner Eiskappe verloren, in 15 Jahren werde sie ganz verschwunden sein. Die Alpengletscher könnten bis 2025 rund 90 Prozent ihre Volumens einbüßen.

Weitere Beispiele

Im extrem warmen Jahr 1998 seien 16 Prozent der weltweiten Korallenvorkommen zerstört worden, bis 2010 könnten 40 Prozent des Bestands verloren sein. Rund 35 Prozent der terrestrischen Ökosysteme könne der Klimawandel "fressen". 20 Prozent der Arten in den empfindlichsten Lebensräumen - Gebirge und arktische Systeme - sind laut WWF gefährdet.

In einigen Bereichen seien die Auswirkungen schon sichtbar: Die Gebirgsflora der Alpen wandere höher, Schmetterlinge und andere Insekten in Europa und Nordamerika ziehen Richtung Norden, die Waldgrenze im Ural steige, Palmen würden sich in der Süd-Schweiz ausbreiten. (APA)

Share if you care.