Erhöhte Stickoxide in der Atemluft zeigen Grippe an

19. März 2001, 13:48

Eine Grippe kann sich damit bereits sieben Tage vor dem Auftreten "traditioneller" Symptome bemerkbar machen

Bangor - Eine Grippe kann sich bereits sieben Tage vor dem Auftreten typischer Krankheitssymptome durch erhöhte Stickoxid-Werte im Atem bemerkbar machen. Dies haben Wissenschaftler der University of Maine bei Tests festgestellt. Stickoxid (NO) ist ein Smog-Bestandteil und ein wichtiges Signalmolekül des menschlichen Immunsystems.

Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet, ermittelten Robert Lad, Leiter des Laboratory for Surface Science & Technology an der University of Maine, und der Mediziner Richard Riker vom Maine Medical Center Stickoxid-Werte von 50 parts per billion (ppb = Teilchen pro einer Milliarde Teilchen) im Atem von Klinikpatienten, die an Infektionen litten. Ähnliche Werte ergaben sich bei Schulkindern, die einige Tage nach der Messung erkrankten, sowie bei Personen, die an Asthma litten. Die menschliche Atemluft enthält normalerweise nur rund fünf parts per billion Stickoxid. Um Stickoxid auch in so geringen Konzentrationen zu messen, entwickelten die Wissenschaftler einen tragbaren NO-Sensor. Das Gerät filtert NO aus dem Atem der Testpersonen und wandelt es in Stickstoffdioxid (NO2) um. Ein elektronischer Messfühler zeigt die gemessenen Werte an, indem er entsprechend der jeweiligen NO2-Konzentration seinen elektrischen Widerstand ändert.

Die Forscher erhielten bei ihrem Projekt finanzielle Unterstützung durch die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), einer Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums. Ursprünglich wollten sie eine Methode entwickeln, mit der sich nachweisen lässt, ob Menschen biologischen Waffen ausgesetzt waren. (pte)

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