Rauchen lernen in der Schule

23. Februar 2001, 09:39

Wissenschafter forderten mehr Präventionsmaßnahmen von der Politik

Bielefeld - Auf dem Schulhof machen viele Jugendliche ihre ersten Erfahrungen mit Zigaretten, und sie rauchen dort auch am meisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an 10.890 Schülern im Alter von 15 Jahren in acht europäischen Ländern. In Deutschland wurde die Untersuchung von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld an 1.599 Schüler durchgeführt. Rund 70 Prozent der Befragten Schüler haben demnach bereits Erfahrungen mit Zigaretten gemacht. Jeder Vierte rauche täglich.

Damit liege Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze, nur die österreichischen Mädchen rauchten mehr, berichtete die Fakultät. Fast jeder dritte Jugendliche raucht nach Angaben der Wissenschafter trotz Verbots in der Schule. Ein Grund für den hohen Zigarettenkonsum sei der günstige Preis. So koste eine Packung Zigaretten beispielsweise in Schottland doppelt so viel wie hier. Auch der leichte Zugang zu den rund 800.000 Zigarettenautomaten in Deutschland führe dazu, dass Jugendliche mehr rauchten.

Die Wissenschafter forderten von der Politik mehr Präventionsmaßnahmen, um den steigenden Zigarettenkonsum bei den Jugendlichen zu stoppen. So sei ein nationales Nichtraucherschutzgesetz erforderlich. Auch müssten Zigarettenautomaten flächendeckend abgebaut werden. Rauchende Schüler sollten zudem angespornt werden, an Entwöhnungsprogrammen teilzunehmen. (APA/AP)

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