Mexiko-City erstickt im Smog

16. Februar 2001, 11:05

Nun soll eine Umweltinitiative Abhilfe schaffen.

Mexiko City - Der mexikanische Nobelpreisträger für Chemie 1995, Mario Molina, unterstützt Mexiko City, um eine Lösung für die hohe Luftverschmutzung der Metropole zu finden. Zu diesem Zweck trafen sich Experten aus den USA und Deutschland, um die Maßnahmen für die nächsten sechs Monate festzulegen. Das Umweltprogramm ist Teil von "Proaire", ein für zehn Jahre anberaumtes Luftgüte-Qualitäts-Programm, das dieses Jahr startete.

Molina, derzeit Professor am Massachusetts Institute of Technology, hat diesbezüglich 71 Vorschläge abgegeben. "Die Strategien, um die Luftverschmutzung zu reduzieren, beziehen sich auf die Sektoren: Fahrzeuge, Brennstoffe und Verkehrspolitik", erklärte Molina. Prioritäten sollen in der Reduzierung des Schwefelgehalts im Benzin, der Diesel-Emissions-Kontrolle und der Verbesserung des Überwachungsprogramms für Fahrzeugemissionen liegen.

Molinas Maßnahmenkatalog soll in Kürze im Bereich öffentlicher Verkehr umgesetzt werden. Öffentliche Busse sollen durch Mikrobusse ersetzt werden. Die Busse sind nach neuen technologischen Gesichtspunkten konzipiert. Zudem soll die Anzahl der öffentlichen Busse von 500 auf 1.000 verdoppelt werden. "Auch Petroleos Mexicanos (PEMEX), das mexikanische Erdöl-Unternehmen, wird besseres Benzin mit einem geringeren Sulfatgehalt produzieren müssen. Dies aufgrund des neuen Motorendesigns, mit denen zukünftig öffentliche Verkehrsmittel ausgerüstet werden", erklärte Claudia Sheinbaum, Umweltbeauftragte des Distrito Federal von Mexico City. Dafür werde PEMEX rund zwei Mrd. Dollar investieren müssen, so Adrian Fernandez vom National Institute of Ecology. Obwohl es zur Zeit noch kein Budget für Proaire 2001 bis 2010 gebe, wird sich die Mexikanische Regierung Finanzierungspartner im In- und Ausland suchen müssen, erklärte Sheinbaum.

In der 18 Mio. Stadt verpesten täglich 3,5 Mio. Fahrzeuge und 35.000 Industriebetriebe mit rund 38 Mio. Liter Brennstoff die Luft. Durch die unvollständige Verbrennung der fossilen Brennstoffe entstehen Luftpartikel in einer Dimension von weniger als zehn Mikrometer Durchschnitt. Diese haben in den vergangenen Jahren zu einer erhöhten Todesrate beigetragen. Auch der Bevölkerungsboom seit 1950 und die geografische Lage der Stadt sind Schlüsselfaktoren, die wesentlich zum Smog beitragen. (pte)

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