Gummi-Plantagen als "lebende Bioreaktoren"

14. Februar 2001, 15:11

Gummibäume produzieren nach genetischem Eingriff menschliches Eiweiß.

Kuala Lumpur - Malaysischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Gummibäume genetisch so zu verändern, dass sie Humanalbumin produzieren. In jedem Milliliter des Latex-Saftes sind laut Angaben der Forscher mehrere Milliliter Eiweiß enthalten, wie New Scientist berichtet.

Zu diesem Zweck wurden direkt im Gummibaum jene Genschalter, so genannte Promotoren, isoliert, die ausschließlich Gene im Milchsaft aktivieren. Bisher war man auf externe virale Genschalter angewiesen, die sich als wenig effizient erwiesen. "Gummi-Plantagen werden zu lebenden Bioreaktoren", so Hoong-Yeet Yeang vom Rubber Research Institute. Jedem Baum könne man mindestens jeden zweiten Tag rund 100 bis 300 Milliliter Gummimilch abzapfen. Diese Menge sei beachtlich und, bezogen auf durchschnittlich 400 Bäume pro Hektar, eine billige Lösung, um therapeutische oder industrielle Proteine in Shampoos oder Zahnpasten zu produzieren, erklärte Yeang. Von besonderem Vorteil sei, dass auch nach der Extraktion das Gummi noch verkauft werden könne.

Humanalbumine sind Eiweißkörper, die den Hauptanteil der im menschlichem Blut vorhandenen Eiweiße ausmachen. Sie werden beispielsweise für die Herstellung von Infusionslösungen benötigt. (pte)

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    foto: chr. schmidt
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