Der Moa wurde nun auch genetisch analysiert

7. Februar 2001, 15:25

Die letzten der neuseeländischen Riesenvögel wurden vermutlich erst Ende des 17. Jahrhunderts von den Maori ausgerottet.

Wien - Wie die Wissenschaftszeitschrift Nature in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, gelang Alan Cooper von der University of Oxford erstmals die komplette Entschlüsselung der so genannten mitochondrialen DNA ausgestorbener Tiere. Dabei untersuchten sie Museumsexponate.

Im Mittelpunkt von Coopers Studien standen Moas, flugunfähige Vögel, die einst Neuseeland bevölkerten. Die Laufvögel waren meist groß und kräftig, die Art des Riesenmoa brachte es auf eine Höhe von bis zu 3,5 Metern. Die letzten Vertreter wurden vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts von den Maori ausgerottet. Moas finden unter anderem deshalb auch heute noch wissenschaftliche Beachtung, weil sie gemeinsam mit den ebenfalls ausgestorbenen Elefantenvögeln sowie den Straußen, Kiwis und Emus zu einer sehr urtümlichen Vogelgruppe gehören - den Ratites. Nach neueren Erkenntnissen ähnelten die Moas, die traditionell in straußenartiger aufrechter Position dargestellt wurden, ihrer Körperhaltung nach eher ihren kleinen Vettern, den Kiwis.

Durch die Erforschung dieser Tiere erhoffen sich die Wissenschafter unter anderem Aufschlüsse, wie die modernen Vögel entstanden. Auch dokumentiert eine genaue Kenntnis der Genetik der Radites die Evolution des in der Kreidezeit auseinanderbrechenden Kontinents Gondwana. Die Nachfahren des ehemals gemeinsamen Lebensraumes finden sich heute auf den südlichen Kontinenten - Afrika, Australien und Südamerika.

Ein Nachbau der Moas wird durch die Entschlüsselung deren motochondrialen Genoms nicht möglich. Denn die Mitochondrien enthalten nur einen unbedeutenden Teil des Erbgutes. Die entscheidende DNA ist im Zellkern konzentriert. Dass die Mitochondrien als Zellorganellen außerhalb des Kerns überhaupt Erbsubstanz enthalten ist ein wichtiges Indiz für die so genannte Endosymbionten-Hypothese. Demnach sind die modernen Zellen dadurch entstanden, dass sich primitive Vorfahren zu Symbiosen zusammenschlossen. Demnach waren Mitochondrien - heute die Kraftwerke der Zellen - einst eigenständige Lebewesen.

Mitochondriale DNA - so nehmen die Wissenschafter an - unterliegt keinem Selektionsdruck und wird nur über die weibliche Linie weitervererbt. Sie ist daher zu einem wichtigen Untersuchungsobjekt von Selektionsforschern geworden. Aber auch Kriminalisten bedienen sich zunehmend der Analyse mitochondrialer Erbsubstanz, da sich diese auch noch in Proben findet, die keine Kern-DNA enthalten. Haare ohne Wurzel sind ein Beispiel dafür. (APA/red)

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    grafik: nga wharangi moa
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