Internationales Schriftstellerparlament erhält neuen Präsidenten

6. Februar 2001, 11:47

US-Autor Russell Banks folgt Wole Soyinka

Paris - Das Internationale Schriftstellerparlament (IPW) hat in der Person des US-amerikanischen Romanautors Russell Banks einen neuen Präsidenten erhalten. Er löst den Nigerianer Wole Soyinka ab, der das Amt als Nachfolger von Salman Rushdie seit 1997 bekleidete. Die 1994 gegründete Organisation, die sich insbesondere mit dem Schutz verfolgter Schriftsteller befasst, hat ihren Sitz in Paris und eine Außenstelle in Brüssel.

Wie das IPW in einer Aussendung mitteilte, äußerte Russell Banks "seinen Willen, das Netzwerkprojekt 'Städte der Zuflucht' auch auf die Vereinigten Staaten auszudehnen und dem Parlament die Unterstützung der nordamerikanischen Schriftsteller zuzusichern". Dieses Netz umfaßt bereits 31 Städte, zu denen neben Berlin, Venedig, Straßburg und Barcelona auch Wien, Graz, Salzburg und Götzis in Vorarlberg zählen. Es wurde in Reaktion auf die zahlreichen Morde an algerischen Autoren geschaffen. Bisher wurde mittels der Organisation bereits 70 in ihrer Heimat bedrohten Künstlern ein Jahr lang Asyl gewährt. Die Bewerber stammen aus Ländern wie Afghanistan, Albanien, Burma, Bangladesch, China oder Kongo.

Prominenter Exekutivrat

Dieses Netzwerk verfügt über eine eigene Revue mit dem Titel "Autodafe", die in sechs Sprachen erscheint und ab dem kommenden Frühjahr nach Angaben des Parlaments auch im Internet unter der Adresse www.autodafe.org zur Verfügung stehen wird. Dem Exekutivrat des Internationalen Schriftstellerparlaments gehören Persönlichkeiten wie Jose Saramango, Alvaro Mutis, Antonio Tabucchi, Helene Cixous, Claudio Magris, Toni Morrison und von österreichischer Seite Elfriede Jelinek an.

Auf Grund der freiheitlichen Regierungsbeteiligung hatte das Internationale Schriftstellerparlament vor einem Jahr beschlossen, auf die finanzielle Unterstützung der Österreichischen Bundesregierung zu verzichten. Zu den Mitunterzeichnern der Aufkündigung zählten unter anderen auch Rushdie, Jelinek, die Italiener Magris und Tabucchi, sowie die beiden US-Amerikaner Philip Roth und Nobelpreisträgerin Toni Morrison. (APA)

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