Mond = Bebenmacher ?

5. Februar 2001, 20:34

Studien russischer Geophysiker belegen, dass Erdbeben verstärkt bei Vollmond und Neumond auftreten.

Moskau - Russische Geophysiker von der Universität Moskau haben anhand von Daten aus den Jahren zwischen 1964 und 1992 herausgefunden, dass sich bei Voll- und Neumond mehr stärkere Beben ereignen als sonst. Zudem werde während dieser Phasen deutlich mehr Neutronenstrahlung aus der Erde freigesetzt. Nun hoffen die Wissenschaftler, daraus kurzfristge Bebenwarnungen ableiten zu können.

Liegen Erde, Sonne und Mond auf einer Linie, was bei Voll- und Neumond der Fall ist, werden größere Gezeitenkräfte auf die Gesteinsschichten ausgeübt. Aus Erdbebenkatalogen des seismischen Ringes rund um den Pazifik konnten sie diesen eindeutigen Zusammenhang gewinnen. Gleichzeitig treten aus Rissen in der Erdkruste mehr nukleare Teilchen und radioaktive Gase wie Radon aus dem Erdinneren aus. Die Neutronenstrahlung nehme sogar in der Intensität vor den Beben um ein Vielfaches zu. Diesen Zusammenhang wollen die Forscher für eine verlässlichere Vorhersage von Erdbeben nutzen.

Allerdings ist es trotz Jahrzehnte langer Forschung noch niemanden gelungen, eine sichere Vorhersagemethode zu entwickeln. Dennoch gelten ausströmendes Radongas oder seismische Ruhephasen unmittelbar vor einem Beben als verdächtigen Vorereignisse. Weitere Hinweise für einen engen Zusammenhang zwischen Gezeiten, Neutronenstrahlung und seismischer Aktivität entdeckten die Wissenschaftler im Pamir-Gebirge in der Nähe der Stadt Gerino. (pte)

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