Mobilkom will slowenische si.mobil bis Ende Februar übernehmen

15. Jänner 2001, 12:46

90.000 User nutzen WAP-Datendienste - Ende 2001 50.000 GPRS-Nutzer erwartet - Penetration soll von 74 auf 82 Prozent steigen

Wien - Die Mobilkom Austria will die Mehrheit des zweitgrößten slowenischen Mobilfunkbetreibers si.mobil, der sich derzeit zu einem Viertel im Besitz der schwedischen Telia befindet, bis Ende Februar übernehmen. "Wir befinden uns in der Zielgeraden", sagte Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic heute, Montag, am Rande einer Pressekonferenz. Der heimische Marktführer hat 2000 im Umsatz zweistellig zugelegt und "klare Gewinne" erzielt, bemerkte Nemsic. Genaue Zahlen werden im März bekannt gegeben.

Der österreichische Mobilfunkmarkt wächst zwar langsamer als bisher, aber dennoch kontinuierlich weiter. Die derzeitige Penetration (Anzahl der aktiven SIM-Karten) von 74 Prozent - Österreich befindet sich damit europaweit nach Finnland und Schweden an dritter Stelle - soll bis Jahresende auf 82 Prozent steigen, schätzt die Mobilkom. Im laufenden Jahr werden sich die vier Handynetzbetreiber um 1 Million Neukunden bemühen. "Die Neukundengewinnung verliert zunehmend an Bedeutung, die größte Herausforderung für 2001 ist die Kundenbindung", stellte Nemsic fest. Die Mobilkom hat derzeit 47 Prozent Marktanteil, im ersten Halbjahr 2001 soll die 3-Millionen-Kundenmarke durchbrochen werden.

Von den derzeit 2,8 Millionen Mobilkom-Kunden - 53 Prozent davon sind Wertkartenkunden - nutzen derzeit nur 3 Prozent Datendienste über WAP (Wireless Application Protocol), was 90.000 Usern entspricht. Bis Jahresende soll sich diese Zahl verdreifachen, prognostizierte Nemsic.

Verhandlungen für UMTS-Ausbau

Für den Aufbau des Netzes für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), in den die Mobilkom rund 10 Mrd. S (727 Mill. Euro) investieren will, verhandle man mit den sechs Netzlieferanten Nokia, Motorola, Nortel, Ericsson, Siemens und Lucent, so Nemsic. Die Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. UMTS werde sich binnen 5 bis 6 Jahren rechnen, zumal die Pro-Kopf-Kosten (UMTS-Lizenzgebühren geteilt durch die Kundenzahl) bei der Mobilkom mit 60 Euro (826 S) vergleichsweise gering seien.

UMTS stelle keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur paketorientierten Hochgeschwindigkeitstechnologie GPRS (General Packet Radio System) dar, die im August gelaunched wurde, stellte Nemsic fest. UMTS werde es ab Anfang 2002 zunächst nur in den Ballungsräumen geben, der Rest werde durch GPRS abgedeckt. Rund 1.000 GPRS-Nutzer und 5.000 verfügbare GPRS-Handys gebe es derzeit in Österreich, Ende 2001 soll es mehr als 50.000 Nutzer geben. Der Launch von GPRS trotz des Fehlens von Endgeräten sei kein Fehler gewesen, die Mobilkom habe viel daraus gelernt, meinte Nemsic.

Die Mobilkom erwirtschaftete 1999 einen Umsatz von 16,9 Mrd. S, das EBIT sank von 3,1 Mrd. S auf 2,5 Mrd. S. (APA)

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    foto:mobilkom
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