Cornflakes und fraktale Geometrie

3. Jänner 2001, 11:05

Wo sich die erste Dimension der zweiten annähert, sind sie besonders knusprig ...

Jerusalem - Aus Israel kommt eine Erfindung der besonderen Art: mit dem "Crunchmeter" wollen Forscher an der Hebrew University der Knusprigkeit von Corn Flakes auf den Grund gehen. Das Mittel, das zum Messen eingesetzt wird, ist ... fraktale Geometrie.

Das Gerät besteht aus einer Kammer, in der eine Nahrungsmittelprobe stufenweise zermantscht wird. Mikrophone nehmen die dabei entstehende Geräuschentwicklung auf und stellen sie in einem Zeit-/Dezibel-Diagramm dar. Das graphische Ergebnis ist eine zerfurchte Linie aus lauter "Dornen" und "Mulden". Ein Computer drückt dies schließlich als eine fraktale Dimension aus.

In der fraktalen Geometrie hat eine Lionie eine Dimension bzw. eine Fraktalzahl von Eins und eine Fläche eine von Zwei. Je zerrütteter eine Linie aber ist, desto mehr füllt sie die Fläche, in der sie liegt, aus und nähert sich damit der zweiten Dimension an. Der Zusammenhang mit den Cornflakes laut Forschungsleiter Amos Nussinovitch: je knuspriger ein Flake ist, desto länger erzeugt es Geräusche, wenn es in immer kleinere und kleinere Stückchen zerfällt. Dies erzeugt eine komplexere Kurve mit einer höheren Fraktalzahl. Einem wirklich knusprigen Flake gibt Nussinovitch eine Fraktalzahl von etwa 1,5. Er wünscht sich, dass sein Crunchmeter herkömmliche Nahrungsmitteltester ersetzt. Wenn erst einmal ein Panel von Verkostern festgestellt hätte, dass Cornflakes mit einem Wert von 1,4 am besten schmecken, dann könnte die laufende Qualitätskontrolle während der Produktion vom Crunchmeter übernommen werden.

Sie finden, dass diese Erfindung unter die Kategorie "eher dämlich" fällt? Was soll's - wer sagt, Wissenschaft müsste immer bierernst sein. (New Scientist/red)

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