Milchwirtschaft leidet unter Energiepreisen

11. Juli 2008, 18:49
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Berglandmilch mit gedämpften Ausblick 2008

Wien – Die größte genossenschaftlich organisierte Molkerei Österreichs, die Berglandmilch, hat den ausgezahlten Milchpreis im ersten Halbjahr "nicht erwirtschaftet", wie Josef Braunshofer, Geschäftsführer Berglandmilch, bei der Präsentation der Bilanz sagte. Zwischen Jänner und Juni 2008 wurden mit 187 Millionen Euro ein um 53 Millionen Euro höheres Milchgeld an die 11.000 genossenschaftlich organisierten Milchbauern ausgezahlt.

Die Frage, was der "richtige" Milchpreis sei, beantwortete Braunshofer eher philosophisch. Faktum sei, dass der Erzeugermilchpreis in Österreich höher sei als in den Nachbarländern. In Österreich wurden 41,5 Cent je Kilo ausgezahlt, im Deutschland durchschnittlich 32,8 Cent. "Im ersten halben Jahr haben wir um neun Cent mehr ausbezahlt, obwohl die Milchpreise im Handel zurückgegangen sind." Dass der Handel die Preise für Milch zuletzt erneut leicht angehoben habe, liege nicht in der Verantwortung der Molkereien. Die Verkaufspreise der Molkereiprodukte an den Handel konnten dabei nicht so stark erhöht werden, wie die Kosten gestiegen sind.

Trotz eines – im Vergleich zu Deutschland – höheren Milchpreises hätten knapp zehn Prozent der 11.000 bei Berglandmilch genossenschaftlich organisierten Milchbauern bei den Milchstreiks im Juni zeitweise mitgemacht. Allerdings, wie Obmann Anton Haimberger meint, eher aus Gründen der Solidarität mit den deutschen Bauernkollegen – "obwohl es ja einen Liefervertrag mit uns gibt" . Faktum sei, dass es eine massive Ausweitung der Milchanlieferungen im ersten Halbjahr gegeben habe – und zwar vier Prozent in Österreich, ebenso wie in Deutschland. In Frankreich gar zehn Prozent mehr. Braunshofer: "Mehr Menge bedeutet eben tieferer Preis." Viele Bauern würden um Mitgliedschaft bei der Genossenschaft ansuchen, es gebe aber einen "Aufnahmestopp".

Förderungen

Innerhalb der Bergland-Gruppe mit der Marke Schärdinger sei im Vorjahr ein gutesErgebnis erzielt worden. Der Umsatz stieg von 524,6 Mio. Euro auf 580,4 Mio. Euro; das EGT verdoppelte sich von 3,7 Mio. Euro auf 7,41 Millionen. Auch erhielt die Berglandmilch laut Transparenzdatenbank 113.102 Euro Förderungen zugewiesen. Für das Gesamtjahr 2008 hofft Braunshofer, dass ein ähnlichesErgebnis wie im Vorjahr erwirtschaftet werden kann. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.7.2008)

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