Neuroblastom: "Warten ist manchmal besser als Handeln"

11. Juli 2008, 17:09
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Bei Spontanrückbildung keine Chemotherapie oder Operation nötig

Köln - Bei fast der Hälfte der Kinder mit einem Neuroblastom bildet sich der Tumor spontan wieder zurück, ergab eine Studie der Universitätsklinik Köln. "Warten ist manchmal besser als Handeln", schlussfolgert der Mediziner Frank Berthold. Den Patienten mit einer Spontanrückbildung könne eine Chemotherapie oder eine Operation erspart bleiben.

 

Das Neuroblastom gilt als zweithäufigste Krebserkrankung im Kindesalter. Dieser Tumor entsteht aus entarteten embryonalen Stammzellen. In einer Studie beobachteten die Kölner Mediziner die Entwicklung von 340 Säuglingen im Alter bis zu einem Jahr, die an einem lokalisierten Neuroblastom litten. 57 Kinder erhielten eine Chemotherapie, bei 190 wurde der Tumor operativ entfernt. Bei den übrigen 93 Säuglingen griffen die Mediziner dagegen vorerst nicht ein. Bei 44 dieser Patienten ging der Tumor spontan zurück.

"Kein Zeitverlust"

Die Mediziner betonen, dass die Strategie des Wartens und Beobachtens die therapeutischen Möglichkeiten nicht beeinträchtigt. Wenn der Tumor wächst, kann er der Klinik zufolge mit Chemotherapie behandelt oder durch eine Operation entfernt werden. "Wir verlieren durch das Abwarten keine Zeit und auch keine Heilungsmöglichkeiten", so die Ärztin Babara Hero.

Falls das Neuroblastom wesentliche Funktionen des Körpers stört, raten die Mediziner allerdings nach wie vor zur Chemotherapie. (APA/AP)

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