Schüssel: Finanzkrise wäre ohne Euro viel schlimmer

11. Juli 2008, 14:42
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Die gemeinsame europäische Währung beschütze die Staaten der europäischen Währungsunion, so Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

München - Die gemeinsame europäische Währung Euro beschützt die Staaten der europäischen Währungsunion nach der Überzeugung von Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) vor den schlimmsten Auswirkungen der internationalen Finanzkrise. Wie es ohne Euro sein könne, zeige das Beispiel Islands, dessen Währung die Hälfte ihres Wertes eingebüßt habe, sagte Schüssel in einem Festvortrag am Freitag in München.

"Wir müssen uns viel stärker bewusst sein, was wir haben", appellierte der Ex-Kanzler anlässlich der diesjährigen Verleihung des Bayerischen Verdienstordens. Anzustreben sei ein "schlankes und starkes Europa, das Nein-Sagern und Jammeranten die Rote Karte zeigt", forderte Schüssel.

"Keinen Nanny-Staat"

Zurückgedrängt werden müssten allerdings Tendenzen, zu viel im Detail zu regeln. Der Weg in Richtung "Verbotsgesellschaft" sei schon beschritten. Ein "Nanny-Staat", der alles vorschreibe, müsse verhindert werden. Hingegen müsse Europa auf dem Gebiet der Sicherheit seine Kräfte viel besser als bisher bündeln, um Sicherheit und Frieden in der gesamten "Eurosphäre" einschließlich des Balkan, des Schwarzen Meeres und der Mittelmeer-Anrainerstaaten zu gewährleisten.

Derzeit irritiere das Nachbarland, das viele Jahre so stabil gewesen sei, damit, dass es dort etwas chaotisch zugeht", hatte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) Schüssel in der Münchener Residenz begrüßt. Immerhin werde in Österreich alles etwas "durch Schlamperei gemildert", antwortete Schüssel. Bayern und Österreich verbinde nicht nur die "gemeinsame Sprache, die uns von Norddeutschland trennt".

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    Wolfgang Schüssel will keinen "Nanny-Staat".

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