Wahlen sind – Wo sind die Wähler?

11. Juli 2008, 11:59
10 Postings

Wer gewinnen will, sollte sich ein Beispiel an der Vorwahl der Demokraten nehmen und wie Obama auf eine Mobilisierung im Internet setzen

Wer wird er Barack Obama der österreichischen Wahlkampfauseindersetzung? Wer traut sich mit dem klassischen Ansatz einer Hillary Clinton noch in einen Wahlkampf ziehen? Der größte Unterschied im Wahlkampf der beiden demokratischen Präsidentschaftskanditaten lässt sich am Stellenwert des Mediums Internet in ihrer Strategie festmachen. Gerade in diesem Wahlkampf hat das Medium ein paar unschlagbare Vorteile:

Es ist Sommer – Haupturlaubszeit, die Wähler sind mit Ihren Liebsten auf der einsamen Insel, am Strand, auf der Bergspitze, im Schrebergarten, im Heurigen im Bad. Alles Orte die nicht wirklich durch intensiven Medienkonsum geprägt sind, beziehungsweise definieren viele für sich Urlaub auch mit Urlaub von der täglichen Informationsflut. Die Mediaplaner sind damit besonders gefordert für diese Wahl den passenden Mix zu finden, sinken doch die Reichweiten der Massenmedien in der Urlaubszeit deutlich. Und wer will schon für Reichweiten bezahlen die nicht erzielt werden? Hier kann das Medium Internet mit einem einzigartigen und gleichzeitig unschlagbaren Vorteil auftrumpfen. Online-Werbung ist die einzige Werbegattung, bei der nach tatsächlichen Sichtkontakten mit der Werbung bezahlt wird. Bezahlt man zum Beispiel im TV oder Radio Preise die sich nach der wahrscheinlichen Reichweite orientieren, so gilt für das Internet: Surft kein User die jeweilige Seite an, kann keine Werbung ausgeliefert werden, und muss somit nicht bezahlt werden. Nur für tatsächliche Sichtkontakte mit dem/der WählerIn wird auch bezahlt.

Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Anzahl der Sichtkontakte je Wähler definiert (limitieren) werden kann und der geübte Mediaplaner somit den Unterschied zwischen Brutto- und Nettoreichweite festlegen kann. Somit werden die zu Hause gebliebenen nicht mit unnötig viel Werbung überhäuft sondern dosiert angesprochen.

Nicht zu vergessen ein weiteres Kriterium, das bei dieser Wahl ganz klar für das Medium Internet spricht. Erstmals ist Wählen ab 16 möglich, diese junge Zielgruppe wird besonders heiß umkämpft sein und am schwierigsten erreichbar sein. Fallen doch die Reichweiten dieser Altersgruppe in den Massenmedien unter die Wahrnehmungsgrenze beziehungsweise jenseits der argumentierbaren Zielgruppen TKP's. Das Medium Internet ist bekanntlich das jüngste Medium und kann diese Zielgruppe, die mit dem Medium aufgewachsen ist, sehr gut erreichen.

Wer also gewinnen will, sollte sich ein Beispiel an der Vorwahl der Demokraten nehmen und wie Obama auf eine Mobilisierung im Internet setzen. Und für die, die jetzt mit Internet gleich an Google denken, sei gesagt: Wir haben uns diese Wahlen nicht gewünscht, ebensowenig suchen wir danach. (Matthias Stöcher/11.7.2008)

  • Artikelbild
Share if you care.