Plansee-Gruppe investiert in China

11. Juli 2008, 11:57
posten

Die Tiroler Plansee-Gruppe investiert 12 Millionen Euro in ein Werk in Shanghai

Innsbruck - Die weltweit tätige Unternehmensgruppe Plansee mit Stammsitz im Tiroler Reutte wird für rund 12 Mio. Euro ein Werk in Shanghai bauen. Dies gab der Konzern am Freitag in einer Aussendung bekannt. Nach der ersten Bauphase soll das Werk mit mehr als 100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von zwölf Mio. Euro erzielen. "Die Aufträge kommen von Automotive-Kunden, die PMG bereits auf anderen Kontinenten beliefert", hieß es.

In dem Werk der neu gegründeten Tochtergesellschaft PMG Shanghai Fengxian Co. Ltd will PMG ab Mitte 2009 pulvermetallurgisch hergestellte Komponenten für Motor und Fahrwerk produzieren. Man werde damit unter anderem Kunden bedienen, die zu den wichtigsten Spielern der wachsenden chinesischen Automobilindustrie zählen. Für die Plansee-Gruppe werde das neue Werk das neunte Produktionsunternehmen in Asien sein. "Mit diesem Schritt werden wir knapp 2.000 Mitarbeiter in Asien beschäftigen", betonte Vorstandsvorsitzender Michael Schwarzkopf.

Urteil gegen mutmaßlichen Spion aufgehoben

Das Urteil gegen den mutmaßlichen Tiroler Plansee-Spion, der vom Landesgericht Innsbruck im Juni 2007 wegen des Vorwurfs der Betriebsspionage zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, davon ein Monat unbedingt, verurteilt worden war, ist vom Oberlandesgericht (OLG) aufgehoben worden. Das Urteil sei nicht ausreichend begründet worden, teilte ein Sprecher des OLG Innsbruck am Freitag mit. Der Prozess muss nun zur Gänze wiederholt werden.

Der Ex-Mitarbeiter von Plansee war vor rund einem Jahr "wegen des Tatbestands der Auskundschaftung von Betriebsgeheimnissen für das Ausland" verurteilt worden. Der Beschuldigte hatte stets beteuert, dass er weder Wissen noch Technologie an ein russisches Konkurrenzunternehmen weitergegeben hätte.

"Vom Gericht wurde lückenhaft erhoben, ob es sich bei den angeklagten Fakten überhaupt um Betriebsgeheimnisse handelt", sagte Verteidiger Markus Orgler laut Freitagausgabe der "Tiroler Tageszeitung". Das Gericht erachte deshalb eine weitere Aufklärung für notwendig, hieß es vonseiten des OLG. Insbesondere soll der "schwierige" Begriff des "Betriebsgeheimnisses" im Detail nochmals geklärt werden. (APA)

Share if you care.